Holzbrücke des Ruruferradwegs wegen Einsturzgefahr gesperrt

Abriss kostet 40.000 Euro : Holzbrücke bei Schlagstein droht einzustürzen

Der Ruruferradweg führt in Schlagstein eigentlich auf eine schmucke Holzbrücke. Dort ist aber sowohl für Radfahrer als auch Fußgänger Schluss.

Bei der routinemäßigen Untersuchung im August diesen Jahres sind Ingenieuren massive und irreparable Schäden an der Konstruktion aufgefallen. Sogar ein Einsturz ist nicht ausgeschlossen. Jetzt muss die Brücke für 40.000 Euro abgerissen werden. Ein Neubau steht in den Sternen.

Die Brücke liegt versteckt hinter dem Werk von Metsä Tissue und kann über den Weg, der mitten durch den Camping-Platz Schlagstein führt, erreicht werden. Wahrscheinlich würde es niemanden stören, wenn die Holzkonstruktion abgerissen wird, würden darüber nicht zahlreiche Radrouten führen.

Derzeit werden die Radfahrer über die Kreisstraße 30 umgeleitet. Auch wenn dies bisher nicht zu größeren Problemen geführt hat, denkt man intensiv über einen Neubau nach. Der wird allerdings teuer: 250.000 bis 400.000 Euro je nach Ausführung, errechnete das Ingenieurbüro Cornelissen & Partner. In der Gemeinde Kreuzau verspürt man wenig Lust, diese Summe zu stemmen.

Der Ruruferradweg, der den Fluss von der Quelle im Hohen Venn bis nach Roermond flankiert, ist ein Projekt der Kreise und wurde zum Teil vom Kreis Düren finanziert. Kreuzaus Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) bestätigte, dass die Brückenbauwerke jedoch von der Bauunterhaltungspflicht des Kreises ausgenommen seien und bei den Kommunen liege. Das Kuriose: Die Brücke in Schlagstein war einst vom Kreis Düren im Jahr 1989 errichtet und an die Gemeinde Kreuzau übergeben worden. Eßer teilte mit, dass man mit dem Kreis spreche.

Vielleicht hilft eine Finanzspritze aus Düsseldorf. Das beauftragte Ingenieurbüro stellte in Aussicht, dass eine Unterstützung nach der Förderrichtlinie Nahmobilität möglich sei. Diese Förderung mache bis zu 80 Prozent der Kosten aus. Der Rest allerdings müsste aus dem Etat der Gemeinde Kreuzau bezahlt werden. Diese Entscheidung kann im Gegensatz zum Abriss allerdings noch warten. Dieser wurde bereits mit der Bezirkregierung besprochen und soll im Oktober oder November erfolgen, kann aber auch noch verschoben werden.

Diese Arbeiten werden nicht leicht, da die Brücke für große Baugeräte schwer zu erreichen ist. Zudem befindet sie sich in einem geschützten Bereich. Die Brückenbauwerke werden in der Gemeinde Kreuzau alle sechs Jahre überprüft. Bei der Untersuchung im Jahr 2013 war die Holzbrücke in Schlagstein noch nicht negativ aufgefallen, wie die Ingenieure betonen.

Inzwischen ist ein Hauptträger gebrochen und die Konstruktion um bis zu 14 Zentimeter verschoben. Was den Schaden verursacht hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Wohl aber, dass „nichts anderes zu verantworten ist, als die Brücke sofort zu sperren“, wie Bürgermeister Eßer betont.

Den geplanten Abriss nahmen die Kommunalpolitiker im Kreuzauer Fachausschuss zunächst lediglich zur Kenntnis. Über einen eventuellen Neubau wurde noch nicht im Detail gesprochen und entschieden. Die Debatte dürfte jedoch hitzig werden.

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