Vettweiß: „Hitzige Nitrat-Debatte im Rat“: SPD-Ratsmitglied kritisiert Vorgehen

Vettweiß: „Hitzige Nitrat-Debatte im Rat“: SPD-Ratsmitglied kritisiert Vorgehen

Zum Artikel „Hitzige Nitrat-Debatte im Rat“ sowie zum Kommentar „Vettweißer Politik steht sich im Weg“ vom 11. April nimmt Jürgen Otto, SPD-Ratsmitglied und Ortsvorsteher von Müddersheim, wie folgt Stellung.

„Als Ratsmitglied stelle ich mir die Frage, ob die Vettweißer Politik sich tatsächlich im Weg steht oder ob hier erneut versucht wurde, ein brisantes und unbequemes Thema durch eine Inszenierung abzuschwächen. Viele Fragen sind nach dieser Sitzung offen geblieben.“

Jürgen Otto kritisert, dass die beiden Vertreter der Landwirtschaftskammer ohne Absprachen mit den Fraktionen in die Sitzung eingeladen wurden. Sie hätten mehr als eine Stunde referiert, „ohne dass auch nur der Ansatz des eigentlichen Problems zur Diskussion“ gekommen sei.

Otto hält es für nachvollziehbar, dass Landwirte viele Hürden zu meistern hätten, um einen vernünftigen Ertrag zu erzielen. „Aber darf das die Begründung sein, warum Böden nachweisbar überdüngt werden? Warum äußert sich der Leiter des Wasserleitungszweckverbandes Vettweiß in der Ratssitzung nicht detailliert zu diesem Thema? Um hier Lösungsmöglichkeiten für die Gemeinde Vettweiß zu suchen, müssen alle Beteiligten an einen Tisch und nicht nur die Landwirte.“

Den Antrag vom SPD-Vorsitzenden Jürgen Ruskowski, zur Tagesordnung zurückzukehren, hält Otto für angebracht, da man sich verzettelt habe. „Aber rechtfertigt das den Bürgermeister, jegliche weiteren Diskussionen abzubrechen und eine Abstimmung herbeizuführen, bei der das Ergebnis schon vorher feststand?“ Das sei, kommentiert Otto, nicht das erste Mal gewesen, „dass der Bürgermeister nicht Herr der Lage ist und Diskussionen rigoros unterbindet, indem er Abstimmungen forciert“.

Das Ziel müsse weiterhin sein, für alle Beteiligten vernünftige Lösungen zu suchen, damit die Bürger von Vettweiss nicht doch erheblich zur Kasse gebeten würden. „Wir sollten uns nicht länger an der Nase herumführen lassen, denn wir zahlen die Zeche. Deshalb sollte so langsam mal jeder wach werden.“ Abschließend fragt sich Otto in seiner Stellungnahme, wer bei der angekündigten Informationsveranstaltung zu dem Thema referieren dürfe. „Es bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder einseitig geschieht.“