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Düttling: Historischer Holzkohlenmeiler wird mit Friedenslicht aus Betlehem entzündet

Düttling : Historischer Holzkohlenmeiler wird mit Friedenslicht aus Betlehem entzündet

Es ist schweißtreibende Arbeit, ein beinahe vom Aussterben bedrohtes Handwerk lebendig zu halten. Gerd Linden (63) und sein Sohn Daniel (36) nehmen die Mühen gerne auf sich: In den vergangenen Tagen hatten sie am Rand des Nationalparks Eifel einen historischen Holzkohlemeiler aufgestapelt.

Am Samstag war es so weit. Der Meiler wurde angezündet. Aber nicht etwa mit Feuerzeug und Grillanzünder. Pfadfinder aus Rohr hatten aus der Heimbacher Pfarrkirche das Bethlehmer Friedenslicht geholt und mit Mitgliedern des Eifelvereins zum Meiler getragen.

Die Ehre, den entscheidenden Funken überspringen zu lassen, hatte Hubert Kaiser, Leiter der Abteilung Forst und Naturschutz des NRW-Umweltministeriums. „In dieser Gegend gab es einmal 1400 Meilerplätze. Ich finde es wichtig, dass wir Geschichte lebendig halten“, nahm Kaiser die Zuhörer mit auf eine 300-jährige Zeitreise. Nachdem Pfarrer Hans Doncks den Meiler, die Köhlerbuben und die Zuschauer gesegnet hatte, schaufelte der Gast aus dem Ministerium souverän die Glut eines zuvor mit dem Friedenslicht entfachten Feuers in den Meiler. Ebenso kamen Holzkohle aus dem Vorjahr sowie die sogenannten Füchse, halbverkohlte Buchenholzstämme, hinzu. Bis zum 28. Mai werden die knapp 60 Raummeter Buchenholz nun verkohlen, unter permanenter Aufsicht von Gerd und Daniel Linden.

Es ist der sechste Holzkohlenmeiler, den Vater und Sohn aufgestapelt haben. Das alte Handwerk lässt Gerd Linden, der die Kunst von einem Köhler im Freilichtmuseum Kommern gelernt hat, nicht los. Er ist sozusagen Feuer und Flamme, obwohl es nun die wichtigste Aufgabe ist, Flammen zu verhindern. Sonst verbrennt das Holz, und statt Kohle gibt es nur Asche. Alle zwei Jahre investieren Vater und Sohn, unterstützt von Dutzenden ehrenamtlichen Helfern, viel Zeit und Kraft, um auf althergebrachte Weise Holzkohle zu gewinnen. Kohle verdienen die beiden damit nicht, sie wollen diese Kunstfertigkeit nur ins 21. Jahrhundert retten.

Bereits das Anzünden war ein kleines Volksfest, Michael Lammertz von der Nationalparkverwaltung führte kurzweilig durch das Programm und stellte Gäste und deren Verbindung zum Meiler vor. Weitere Veranstaltungen bis zur Ernte der Holzkohle folgen.

(sj)