Düren: Hinaus aus dem privaten Atelier

Düren: Hinaus aus dem privaten Atelier

Sie kamen aus Elsdorf, Bergheim, Merzenich und Aachen, aber auch aus Düren, Stolberg und anderen Orten: 24 Künstlern aus der Region gehörte die ungeteilte Aufmerksamkeit der Besucher in der Kulturfabrik Becker & Funck an der Binsfelder Straße im Ostviertel der Kreisstadt.

Die gezeigten Werke entstammten nahezu alle der Malerei. Die präsentierte sich nicht anders als das Leben in Düren an sich - von allem etwas dabei und das ziemlich bunt.

Zu denen, die bei der Veranstaltung des städtischen Kulturbetriebs ihre Schöpfungen zeigten und um das Interesse potenzieller Käufer warben, zählten auch Ilona Schmitz und Josef Corsten. Beide nutzten das Podium bei Becker & Funck zum zweiten Mal für sich - und beide resümierten ihre Erfahrungen, wie Ilona Schmitz es formulierte: „Schön, hier zu sein - so sehe ich das!”

Das Atelier verlassen, Kunst aus dem Privaten in die Öffentlichkeit bringen, mit Menschen ins Gespräch kommen, das eine oder andere Bild verkaufen: Diese Aussichten haben die Angestellte und den frisch pensionierten Arbeiter dazu gebracht, sich an der Veranstaltung in der Kulturfabrik zu beteiligen. Konkurrenz: Die fürchten Schmitz und Corsten nicht; sie suchen sie aber auch nicht. Denn dazu wirken ihre künstlerischen Konzepte zu kontrastreich.

Corsten, Schüler von Marie-Luise Klein in Düren und Soller, hat erst im Verlauf der zurückliegenden zehn Jahre von der Seiden- zur - wie er sagt - „richtigen” Malerei gefunden. Er malt Obst und andere Stillleben, die einen tiefen Frieden ausstrahlen und so die Blicke der Betrachter auf sich ziehen. Ilona Schmitz malt in größeren Formaten mit Öl auf Leinwand, teils figurativ, teils recht abstrakt. Verschiedenheit, diverse stilistische Ansätze auf engem Raum: Die haben dann auch dieses Mal wieder den Wert der Schau in der Kulturfabrik ausgemacht.

Wer sich nach den unterschiedlichen Eindrücken, die diese Ausstellung bot, ablenken wollte, konnte auch die eine oder andere Oase finden. Beliebtes Ziel war die Cafeteria. Wer andere Formen der Entspannung suchte, kam ebenfalls zu seinem Recht: Mit klassischen Melodien entführten die Klarinettistinnen Eva Pütz und Julia Rode in eine andere Welt - wie es auch die Maler mit ihren künstlerischen Mitteln versuchten.

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