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DZ feiert 150. Geburtstag: Herzlichen Glückwunsch, „Dürener Zeitung“!

DZ feiert 150. Geburtstag : Herzlichen Glückwunsch, „Dürener Zeitung“!

Vor 150 Jahren startete der Testballon: Das Probeexemplar des „Dürener Sonntagsblatts“ kam auf den Markt. Kurz darauf hieß sie „Dürener Zeitung“. Wir blicken zum Jubiläum auf die Geschichte des Blattes und die vielen Themenfelder im Kreis Düren, die uns tagtäglich beschäftigen!

Der Gründungsimpuls war im Jahr 1872 ein politischer, ja sogar ein weltanschaulicher. Robert Hamel der Ältere wollte in der rasant wachsenden Stadt mit einer reichen und bestimmenden Oberschicht, die sich das Dreiklassen-Wahlrecht zunutze machte, ein Sprachrohr für die große Masse der beileibe nicht betuchten und einflussreichen Menschen in Düren etablieren – auf der Basis einer christlichen Gesinnung. Da wundert es nicht, dass der Kaplan von St. Marien gleich der erste Redakteur wurde ...

Das Konzept jedenfalls ging auf. Nach dem erfolgreichen Probeexemplar am 29. September 1872 folgte am 6. Oktober 1872 die erste reguläre Ausgabe.

Aus dem Sonntagsblatt mit acht Seiten wurde schon 1874 die Dürener Zeitung, die zweimal die Woche erschien. 25 Jahre später hatte die DZ eine Auflage von 20.000 Exemplaren in Stadt und Land erreicht. Sie war und ist die größte Zeitung an der Rur.

Die Spreizung der Dürener Gesellschaft hatte sich unterdessen am Anfang des 20. Jahrhunderts fortgesetzt. Die Einwohnerzahlen hatten sich mehr als verdoppelt (von 13.000 auf 30.000), die zahlreichen Industriellen machten unterdessen gute Gewinne. Nicht ohne Grund kokettierte Düren mit diesem Ruf als „Stadt der Millionäre“ und listete im Jahr 1913 so 22 Multi- und 30 einfache Millionäre auf.

 So sah unsere Sonderausgabe vor 25 Jahren aus.
So sah unsere Sonderausgabe vor 25 Jahren aus. Foto: grafik

Gleichwohl betätigten sich die Hoeschs, Schoellers, Schülls, Schleichers, Peltzers und Pryms als auch die Familien Bückler, Heimbach, Krafft, Peill und Renker als „Reiche“ beständig als Stifter und Mäzene, die auch das Stadtbild prägten. Das Leopold-Hoesch-Museum, das Stadttheater oder auch das Annaheim als Blindenanstalt sind nur einige Beispiele.

Natürlich zählen auch die schweren und schwarzen Stunden unter französischer Besatzung oder dem Einfluss der Nationalsozialisten zu unserer Geschichte dazu.

 Die Rotationsmaschine beim Druck der DZ – noch in der Stadt. Genau ist diese Aufnahme nicht zu datieren, sie stammt aber aus einer Sammlung im Jahr 1956.
Die Rotationsmaschine beim Druck der DZ – noch in der Stadt. Genau ist diese Aufnahme nicht zu datieren, sie stammt aber aus einer Sammlung im Jahr 1956. Foto: MHA/DZ-Archiv/Hamel

Die „schwarze Tante“

Denn die Nazis entzogen der „schwarzen Tante vom Markt“, wie sie die DZ nannten, 1944 letztlich das Papier. Sie war ihnen nicht „national“ genug. Die Zerstörung der gesamten Innenstadt am 16. November des Jahres überlebten auch die Gebäude der Familie Hamel samt Druckerei nicht. Per Flugblatt machte die DZ darauf aufmerksam, dass sie am 1. November 1949 – nach also fünfjähriger Pause – wieder auf den Markt zurückkehrte. Beste Gelegenheit also, um mit Jörg Hamel den Ur-Ur-Enkel des Gründers zu Wort kommen zu lassen.

Wichtig war der Redaktion zudem, über den Tellerrand zu blicken. Eine Tageszeitung und ihre Bedeutung für die „politische Kaste“ und ranghohe Wahlbeamte zu betrachten, das geschieht im Gespräch mit Paul Larue. Ein gedrucktes Tagesmedium ist aber auch eine Art „Gedächtnis“ einer Stadt, wie führende Köpfe des Stadt- und Kreisarchivs sowie des Stadtmuseums verdeutlichen. Das Museum greift für seine Recherchen auf die DZ zurück, um fundierte Publikationen herauszugeben. Die DZ freute sich nun, auch diese Publikationen nutzen zu können und dankt dafür.

Schließlich soll der Bogen in die Gegenwart gespannt werden: zur Wirtschaftsregion, die immer noch erheblich von der Papierindustrie geprägt ist, zur Sport- und Kulturregion.

Ebenso ist heutzutage der Tourismus ein wichtiger Faktor geworden. Wir werfen einen Blick auf die Zahlen und Fakten rund um die Ausflügler im Kreis Düren.

Natürlich darf auch das Ehrenamt, das heute wie früher eine Gesellschaftsstütze ist, dabei nicht zu kurz kommen!

Zu guter Letzt ist die „Medienstunde“ ein Beitrag über die Leserinnen und Leser der Zukunft.

Auf viele weitere gemeinsame Jahre freut sich: das Team der Dürener Zeitung...

... aber natürlich auch das gesamte Medienhaus Aachen! Stellvertretend für alle Kollegen in unserem Hause, möchte sich unser Chefredakteur Thomas Thelen zum Anlass dieses Jubiläums gerne mit ein paar Worten an Sie, unsere geschätzten Leserinnen und Leser, wenden.