Hermann Josef Hack beendet Kunstprojekt "Globale Verpuppung"

Projekt mit Schülern : Klimaschutz: Mit Kunst wachrütteln

„Geh’ den richtigen Weg“, „Du bist schuld, also änder’ dich“, „There is only one world“ und „Menschliche Stärke statt Pferdestärke“ – diese Sätze haben Schüler des Stiftischen Gymnasiums kunstvoll auf Lkw-Planen in Szene gesetzt.

Vom Ast eines Baumes hängend rollen sich diese Planen ein wenig zusammen und erinnern an große Kokons. Entsprechend hat der initiierende Künstler Hermann Josef Hack dieses Projekt „Globale Verpuppung“ genannt. Als Schlusspunkt der Aktion überreichte er am Dienstag Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) eine Dokumentation des Projektes.

Hermann Josef Hack ist als Schüler von Joseph Beuys bekannt und dürfte den Dürenern vor allem wegen einer öffentlichkeitswirksamen Aktion im Sommer 2014 in Erinnerung geblieben sein: Er stellte 400 Miniatur-Flüchtlingszelte vor dem Leopold-Hoesch-Museum auf, um auf die Folgen des Klimawandels und die Situation von Klimaflüchtlingen aufmerksam zu machen.

Auch bei „Globale Verpuppung“ geht es ihm wieder um den Klimawandel. Mit seiner Idee der künstlerischen Umsetzung startete Hack im Januar 2017 in Lyon, machte Halt in seiner Heimatstadt Siegburg, zeigte Installationen in Berlin, zur „documenta“ in Athen und arbeitete im März 2018 mit den Schülern des Stiftischen Gymnasiums. Deren Ergebnisse bildeten zwei Monate später eine Installation in der Dürener Innenstadt. Thomas Rachel erinnert sich noch gut, wie schnell die Werke der jungen Künstler zum Thema wurden: „Die ersten Gespräche mit Passanten liefen schon, als die Verpuppungen noch nicht mal hingen. Schließlich ist das etwas, das in den normalen Raum eigentlich nicht passt.“

Genau das – aufmerksam machen, ins Gespräch kommen, Lösungen suchen – möchte Hermann Josef Hack mit seiner Arbeit anregen. Ihn stört es enorm, dass sich die Kunstschaffenden so wenig beim Thema Klimawandel engagieren. Neben „Fridays for Future“ gebe es mittlerweile Gruppen wie „Parents for Future“, „Scientists for Future“, „aber was sagen denn die ,Artists for Future’?“, fragt Hack. Er ist überzeugt: „Wir haben auch keine Lösung für die Probleme, aber wir haben die Kommunikationsmittel, um gemeinsam welche zu suchen.“

Er begreift es als kulturelle Herausforderung, dass sich die Gesellschaft aktiv wandelt. Diese Transformation, das Durchlaufen einer Veränderung mit der Chance auf Besserung, spiegelt sich in der „Globalen Verpuppung“ wider. Und der Wandel soll weiter vorangetrieben werden – mit einer im Mai gegründeten Akademie, der „Art Quest for Foture Academy“ (AQFFA) – „um Begegnungen zu ermöglichen sowie mit künstlersicher Kommunikation zu erforschen, zu entwickeln und zu erproben, wie eine Transformation mit möglichst allen Teilen der Gesellschaft funktioniert“.

Neben neuen Ideen und Projekten soll aber auch „Globale Verpuppung“ noch weiter Wellen schlagen. Hermann Josef Hack freut sich immer, von anderen Schulen zu hören, die etwas ähnliches auf die Beine stellen und selbst Planen gestalten. Mehrere Hundert hat er gemeinsam mit Schülern bemalt. Was damit geschieht ist noch offen. Bei Interesse könnte sich der Künster auch vorstellen, sie in Düren zu zeigen.

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