Merzenich: Herbstmarkt: Historie und familiäres Ambiente

Merzenich: Herbstmarkt: Historie und familiäres Ambiente

Der erste Schritt in das Heimatmuseum in der Bergstraße gleicht einem Sprung in die Vergangenheit. Genauer gesagt in das Jahr 1686. Denn damals wurde die „Hofanlage Engelen” errichtet, die noch bis 1983 bewohnt und danach restauriert und in ein Museum umgewandelt wurde.

Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und beherbergt neben einem Frühjahrs- und Weihnachtsmarkt, sowie einer Handwerksausstellung auch einen großen Herbstmarkt, der pünktlich zu Beginn der dunklen Jahreszeit stattfand.

28 Aussteller präsentierten ihre Waren, die thematisch nicht nur der kälteren Jahreszeit, sondern häufig auch dem historischen Ausstellungsort Rechnung trugen. Dabei reichte die Bandbreite von handgefertigtem Schmuck und Specksteinarbeiten bis hin zu Textilien und Puppenbekleidung.

Renate Fuss, zweite Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, weiß um die Anziehungskraft, die das Museum auf Aussteller und Besucher ausübt: „Das Ambiente hier ist unvergleichlich, es ist einfach sehr gemütlich.” So hatten die Gäste die Möglichkeit, mit einer Tasse Kakao oder einem Glas Federweißer in der Hand auf eine Entdeckungsreise durch das Heimatmuseum zu gehen: Das zum Teil noch original möblierte Wohnhaus aus Lehmfachwerk mit Backstube und Räucherkammer, die Schmiede, die alte Schusterei und die große Schlafkammer unter dem Dach konnten ebenso besichtigt werden wie die noch funktionstüchtige ehemalige Merzenicher Mühle.

Einmal im Jahr wird sie von Günther Hamboch, dem ersten Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins, in Betrieb genommen: „Die Leute stehen dann jedes Mal Schlange, um etwas von dem auf traditionelle Weise gemahlenen Mehl zu bekommen”, erzählt er. „Manche bringen uns dann später sogar selbstgemachte Kuchen vorbei, die mit unserem Mehl gebacken wurden.”

Die familiäre Atmosphäre auf den Märkten im Heimatmuseum gefällt auch den Austellern: Marga Meyer und ihre Schwester Liselotte Möhrer aus Gemünd kommen jedes Jahr mit ihren Spinnrädern zum Herbstmarkt nach Merzenich und fühlen sich dort sehr wohl: „Es ist wirklich fast so, als wären wir eine große Familie. Auf größeren Märkten herrscht oft Konkurrenz zwischen den einzelnen Händlern, aber hier verstehen wir uns alle sehr gut.”

Der Herbstmarkt kann heute zum letzten Mal in diesem Jahr besucht werden. Von 11 bis 18 Uhr präsentieren die Aussteller im Heimatmuseum dann im Rahmen des Ortsfestes in Merzenich noch einmal ihre Waren.

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