Helmut Steinbrecher aus Hürtgenwald erhält Verdienstkreuz am Bande

Verdienstkreuz für Helmut Steinbrecher : Ein „Held“ für seinen Sohn, ein Vorbild für alle

In der Gemeinde Hürtgenwald kennt ihn wohl jedes Kind. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass Helmut Steinbrecher seit Jahren mit seinem Traktor in den Orten unterwegs ist. Der 72 Jahre alte Rentner ist das, was man ein Vorbild im Ehrenamt nennt.

Aus diesem Grund erhielt der in Hürtgen geborene Steinbrecher am Freitagnachmittag im Kreishaus das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

Dass er Vereinen eng verbunden ist, zeigt die große Zahl der Mitgliedschaften. Allerdings zahlte er nicht nur seinen Beitrag, sondern packte tatkräftig mit an. „Wache Augen, helfende Hände und mitdenkende Köpfe halten die Vereine und die Gemeinschaft aufrecht“, lautet sein Credo, das er auch im Kreishaus bei der Verleihung des Verdienstkreuzes verkündete. Dass er diese Worte häufig in die Tat umgesetzt, lässt sich an der Liste der Ehrenämter ablesen.

Den FC Grenzwacht Hürtgen unterstützte er als Planer beim Bau des Vereinsheims und des späteren Erweiterungsbaus. Zudem war er zehn Jahre lang als Jugendbetreuer tätig. Im FC Rot Weiß Katasteramt Düren wirkte der Vermessungstechniker von 1968 bis 2010 in verschiedenen Vorstandsämtern mit und wurde schließlich zum Ehrenmitglied ernannt. Beim Heimat- und Verkehrsverein rief er die Vereinsabteilung Fahrrad ins Leben und plant seitdem die jährliche Radurlaubsfahrt.

Als Vorsitzender des Arbeitskreises Alte Schule Großhau verantwortete er federführend den Umbau des Gebäudes zum Dorfgemeinschaftshaus, wo das jährliche Traktorenfest stattfindet. Inzwischen werden dort Räume auch für eine Großtagespflegestelle genutzt. Hinzu kommen Tätigkeiten bei der St.-Kreuz-Schützenbuderschaft Hürtgen und in der Pfarrgemeinde St. Apollonia Großhau.

Politisch ist Steinbrecher ein Spätberufener: Im Jahr 2013 trat er der CDU bei, seit 2014 arbeitet er ehrenamtlich als Ortsvorsteher. Bei dieser Vielzahl von Ämtern bleibt wenig Zeit übrig. Doch Sohn Bernd Steinbrecher, der mit seiner Frau Simone und Tochter Greta Marie an der Verleihung teilnahm und auch den Antrag für den Orden gestellt hatte, bescheinigte seinem Vater, die „Balance zwischen Familie und Ehrenamt“ gefunden zu haben. Seine Bezeichnung für den Papa: „Haushaltsreparaturensuperheld!“

Mit leeren Händen ging Waltraud Steinbrecher nach der Feierstunde ihres Mannes nicht nach Hause. Sie erhielt einen Blumenstrauß, obwohl ihr sicherlich „auch eine Hälfte des Ordens gehört“, wie Landrat Spelthahn meinte. Ein Vorbild im Ehrenamt könne man schließlich nur sein, wenn jemand Zuhause den Rücken freihalte.

(pan)
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