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Düren: Heiße Füße und ein Hauch von Copacabana

Düren : Heiße Füße und ein Hauch von Copacabana

Schon von weitem hört man die Trommeln. Jeden Freitagabend liegt ein Hauch von Copacabana über dem Gelände des Dürener Spielvereins 06 in der Malteserstraße.

Dort probt die Sambagruppe „Pés Quentes” („Heiße Füße”), die im August 2005 gegründet wurde und inzwischen eine feste Größe in der Region ist.

„Brasilianische Samba-Musik ist nicht nur die Musik des Karnevals, sondern ein Lebensgefühl, das wir alle haben”, erzählte Steef Nuijten, der Initiator der inzwischen 30-köpfigen Gruppe begeisterter Sambistas. „Man braucht Rhythmusgefühl, Enthusiasmus und die Lust, für andere Menschen zu spielen.”

Kurzum: Samba-Fieber ist nötig, um diesen mitreißenden, pulsierenden Rhythmus hervorzubringen. Dieser Rhythmus kann ziemlich schnell werden, je nach Stilart. „Pes Quentes” haben verschiedene Samba-Gattungen im Programm.

Trommlerin Claudia Stein erklärte: „Wir spielen gerne ,Maracatú, eine Stilrichtung, die in der brasilianischen Stadt Recife beheimatet ist, den temporeichen ,Batucada aus Rio de Janeiro und den lockeren, coolen ,Samba-Reggae, der sich einst in Salvador da Bahia, der alten Hauptstadt Brasiliens entwickelt hat.” Trainiert wird die Gruppe von Klaus Schlossmacher, der mit dazu beigetragen hat, dass Köln zur deutschen Samba-Hochburg avancierte.

„Pés Quentes” spielen ausschließlich mit Schlaginstrumenten: Dazu gehören acht Surdos, die größten Samba-Trommeln. Wie ein Herzschlag halten diese die ganze Bateria zusammen und geben den Samba-Grundrhythmus vor. Daneben gibt es elf kleine, scheppernde Trommeln, die Caixas, die den rhythmischen Teppich für jeden Groove legen.

Zu hören sind außerdem sechs kleine Rahmentrommeln, die Tambourims, und fünf Timbals, die aussehen wie zu groß geratene Joghurtbecher. Akzentuiert wird die Musik von kleinen „Krachmachern” wie den Shakern. Caixa-Spieler Fred Segger beschrieb: ”Es gibt immer eine Frage-Antwort-Spiel zwischen den Trommeln. Die können mit der ganzen Bateria quasseln.”

Die Gruppe wird geführt von zwei „Chefs”, die mit Handzeichen vorgeben, was die Musiker spielen sollen. Einer von ihnen ist Nuijten. Auf die Frage, wie man stundenlang am Stück trommeln kann, sagte er: „Das geht nur mit der richtigen Technik. Die Hauptsache ist immer Energiesparen. Vor allem beim Batacuda, ab 130 Schläge pro Minute und immer gleich, ist das enorm wichtig. Wenn man da zu viele Körperbewegungen macht, ist man nach fünf Minuten erledigt.”

„Pés Quentes” sind inzwischen bei vielen Ereignissen im Kreis Düren gefragt. Doch am meisten freuen sie sich über die Einladung ins oberfränkische Coburg. Alljährlich vom 11. bis zum 13. Juli findet dort das weltweit größte Samba-Festival außerhalb Brasiliens statt.

Bis zu 90 Gruppen aus Brasilien, Schweden, Frankreich, England, Schottland, Schweiz, den Niederlanden und Deutschland sorgen in der historischen Innenstadt für Stimmung. An drei Tagen zieht es 200.000 Besucher dorthin. „Dass wir dabei sein dürfen, ist eine ganz große Sache”, freut sich Segger. „Wir trainieren schon fleißig für unsere drei Auftritte dort.”

Dass die von Samba-Leidenschaft geprägt sein werden, darüber bestehen bei den Dürener „Pés Quentes” keinerlei Zweifel.