Sponsoren-Sonderkonzert eröffnet 22. Kammermusikfestival „Spannungen“

22. Kammermusikfestival „Spannungen“ : Hauptsponsor verlängert Kooperation um drei Jahre

„Von fremden Ländern und Menschen“ ist das Kammermusikfestival „Spannungen“ im Jugendstilkraftwerk überschrieben. Dieser erste Titel von Robert Schumanns Opus 15 (Kinderszenen) erklang am Freitagabend folgerichtig beim Sponsoren-Sonderkonzert zur Eröffnung.

Doch die neugierige, abenteuerlustige und offene Geisteshaltung der Romantiker ist „bis heute zunehmend einer eher ängstlichen und skeptischen, oft sogar ablehnenden und diskriminierenden Sicht auf alles Fremde und Unbekannte“ gewichen, heißt es im Programm. Hat das Festival in seinem 22. Jahr nun eine politische Programmatik?

Dr. Hans-Joachim Güttler vom Kunstförderverein Kreis Düren verneinte diese Frage. Nach wie vor stehen Künstler und Musik bis 30. Juni im Mittelpunkt des unpolitischen Festivals, das unter der künstlerischen Leitung des Weltklasse-Pianisten Lars Vogt mehr als 5000 Zuhörer in das Kraftwerk locken wird. „Aber wer in unser Motto einen Appell gegen Diskriminierung, Nationalstaaterei und Ausgrenzung interpretiert, dem werden wir nicht widersprechen“, fügte Güttler augenzwinkernd hinzu. International renommierte Künstler, die aus aller Herren Länder für „Spannungen“ in die Eifel reisen, sprechen ebenfalls eine ganz eigene, andere Sprache.

„Das Fremde bedeutet auch Spannendes. Wir setzen auf Kunst und musikalische Poesie, damit unsere Herzen offen bleiben für Fremdes“, interpretierte Michael Stangel von innogy das Motto des Festivals. Im Namen der Kraftwerksbetreiberin überbrachte er sehr gute Nachrichten: Drei weitere Jahre wird die RWE-Tochter „innogy“ das Wasserkraftwerk zur Verfügung stellen und das Festival unterstützen. Eine frohe Botschaft, an die Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, anknüpfte. „Das Festival ist etabliert, aber immer wieder überraschend neu“, überbrachte sie die Anerkennung der Landesregierung an die Festivalmacher und die Sponsoren. „Das Schlechte an meinem Beruf ist, dass ich nicht öfter herkommen kann“, scherzte die Aachenerin, die in den vergangenen Jahren privat schon das ein oder andere Mal zum Musikgenuss nach Heimbach gekommen ist.

Bereits am ersten Wochenende wurde deutlich, wofür das Festival seit Jahren steht: Eine unglaubliche nicht nur räumliche Nähe von Musikern und Publikum, eine Programmgestaltung, die neben „Klassikern“ viel Raum für musikalische Entdeckungen und Experimente bietet und eine Dichte erstklassiger Solisten, die zum eingeschworenen Team geworden sind.

(sj)
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