Noch keine Genehmigung für Repowering im Windpark Vlatten

Repowering im Windpark Vlatten : „Es hat noch keinerlei Signale für eine Genehmigung gegeben“

Das Vorhaben der Windpark Heimbach-Vlatten GmbH & Co. KG, die acht bestehenden Windräder mit einer Höhe von bis zu 135 Metern abzubauen und gleichzeitig fünf neue Anlagen mit einer Höhe von knapp 200 Metern zu errichten, schlägt weiter hohe Wellen.

Mehr als 400 Einwendungen von Privatpersonen, Umweltverbänden und aus Nachbarkommunen sind beim Kreis Düren als zuständiger Genehmigungsbehörde gegen das sogenannte „Repowering“ eingegangen, die am Donnerstag, 29. August, in der Jugendhalle Vlatten erörtert werden. Im Vorfeld fragen sich die Bürgerinitiativen „Berg/Vlatten läuft Sturm“, ob der Kreis bereits zugunsten des Antragstellers entschieden habe und bitten Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) in einem offenen Brief um Aufklärung.

Hintergrund sind Aussagen auf der Internetseite des Investors, auf der die Rede davon ist, dass der Kreis als Nebenbestimmung im Genehmigungsbescheid festhalten werde, dass zum einen die Beschattungsdauer pro Wohnhaus maximal 30 Minuten pro Tag und acht Stunden pro Jahr betragen dürfe und dass zum anderen die Nennleistung der neuen Anlagen von 4,5 Megawatt auf 4,0 MW reduziert und genehmigt werde.

Auf Anfrage dieser Zeitung weist Spelthahn den Vorwurf der Befangenheit seiner Mitarbeiter entschieden zurück. „Eine solche Behauptung ist völlig inakzeptabel“, betont der Behördenleiter. Natürlich sei über den Antrag noch nicht entschieden, es habe auch keinerlei Signale aus dem Kreishaus in diese Richtung gegeben, versichert der Landrat. „Wir haben den Erörterungstermin bewusst außerhalb der Ferien gelegt, damit möglichst viele Einwender persönlich daran teilnehmen können.“ Jedes Argument werde dabei sorgfältig abgewogen.

Spelthahn räumt ein, dass einzelne Formulierungen des Betreibers auf dessen Internetseite „nicht glück­lich“ gewählt seien. „Aber darauf haben wir als Verwaltung ja keinen Einfluss“, betont der Landrat. Offenbar sei der Betreiber aber überzeugt, dass er alle rechtlichen Voraussetzungen zum Bau der neuen Anlagen erfüllen werde. „Wenn einer so selbstbewusst ist....“.

Klar ist aber auch, und das macht Spelthahn unmissverständlich deutlich, dass das mögliche Repowering keine politische, sondern eine rein fachliche Entscheidung sei. „Sollte der Investor tatsächlich alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllen und alle Bedenken ausräumen können, dann muss sein Antrag auch genehmigt werden.“ Ansonsten sei der Kreis als Genehmigungsbehörde schadenersatzpflichtig.

Im Übrigen rechnet Spelthahn auch nach dem Erörterungstermin nicht mit einer schnellen Entscheidung. Es könne durchaus sein, dass am Ende des Tages noch zusätzliche Gutachten eingeholt werden müssen. Und wenn am ersten Tag nicht alle Fragen und Argumente bewertet werden können, werde die Erörterung an einem zusätzlichen Termin fortgesetzt.

www.windenergie-vlatten.de

www.vlatten.läuftsturm.de

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