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Alle Bürger können mitmachen: Kunstinteressierte sind ins Atelier „treppauf-treppab“ eingeladen

Alle Bürger können mitmachen : Kunstinteressierte sind ins Atelier „treppauf-treppab“ eingeladen

Für Samstag, 6. Juli, sind alle Bürger von 11 bis 17 Uhr eingeladen, ins Atelier „treppauf-treppab“, In der Hilbach 14, zu kommen. Wer noch ein Heimbacher Stühlchen besitzt, sollte es mitbringen. Er kann sich damit fotografieren lassen und erzählen, welche Erinnerungen er daran hat. Zudem werden Modelle für ein Stühlchen-Kunstobjekt gezeigt.

Der Hintergrund: Heimbach will an einem Projekt des NRW-Heimat-Ministeriums teilnehmen und im Rahmen einer „Heimatwerkstatt“ ein Kunstwerk fördern lassen, bei dem die Heimbacher Stühlchen im Mittelpunkt stehen. Rund 40.000 Euro winken.

Künstlerische Leiterin ist Luise Kött-Gärtner. Die Inhaberin des Ateliers „treppauf-treppab“ ist vielen Heimbachern durch ihren „Geiger“ aus Bronze bekannt, der vor der Rurbrücke sitzt, und von fürsorglichen Bürgerinnen gerne mit einem Schal umsorgt wird. Auch das Labyrinth im Kurpark hat sie gestaltet. In Zülpich schuf sie den „Ort der Wandlung“, eine Stele für 386 Patientinnen der psychiatrischen Klinik Marienborn, die unter den Nazis den Transport ins Vernichtungslager Hadamar antreten mussten und ermordet wurden. International hat sich Luise Kött-Gärtner einen Namen gemacht mit Bronzearbeiten, die Motivation und Lebensfreude fördern.

In der „Heimatwerkstatt“ arbeitet sie nicht allein, sondern umgeben von Heimbachern, allen voran Bürgermeister Peter Cremer. Seit Januar 2019 hat sich das Team in wechselnder Besetzung Monat für Monat getroffen und überlegt, wie es gelingen könnte, den Heimatgedanken in eine Skulptur zu gießen.

Das Heimbacher Stühlchen war schnell im Fokus. Der Grund: Seit dem Mittelalter sind die Möbel hier zu Hause. Das benötigte Holz wurde aus den heimischen Buchenwäldern geholt, und viele verdienten sich in Heimarbeit ein Zubrot. „Mir ist es wichtig, dass jeder interessierte Heimbacher mitarbeiten kann“, sagt Luise Kött-Gärtner. „Wir entwickeln ein echtes Gemeinschaftsobjekt.“

Gesagt, getan. Bei den Treffen wurde gebastelt und diskutiert, geplant und geträumt. Die Begeisterung war so groß, dass sich die Teilnehmer gleich zwei Objekte wünschten. Und da auch ein Landschaftsarchitekt zum Team gehört, wurden fachmännisch geeignete Standorte gesucht und gefunden.

Das Ergebnis: Die geplanten Bronzeskulpturen „Augenhöhe“ und „Teichstraße“ sind völlig unterschiedlich. „Augenhöhe“ soll im Kurpark aufgestellt werden. Es verfremdet das Stühlchen, aber es betont die Kommunikation, weil es wirklich benutzt werden kann. Der Plan: Ein Kinderstühlchen steht auf einem heimischen Findling, gleich daneben ein großer Stuhl. Wenn Kind und Erwachsener Platz nehmen, haben sie Augenhöhe und können sich unterhalten – in Zeiten der Spannungen zwischen Jung und Alt ein wichtiger Aspekt.

Die zweite Skulptur zeigt Abbilder der Originale: Zwei authentische Kinderstühlchen sollen in Bronze gegossen und auf Stelen an der Teichstraße aufgestellt werden. Dazu wird auf einer Bronzeplatte die Geschichte der Stühlchen erzählt.

Wichtig: Das Projekt ist noch immer in der Vorbereitungsphase, und auch bei den weiteren Schritten können noch mehr Heimbacher mitmachen. Wer sich angesprochen fühlt, sollte am 6. Juli zum „Tag der Offenen Tür“ ins Atelier kommen. Dort werden die Modelle ausgestellt.

Fest steht: In den nächsten Wochen wird der Antrag zur Projektförderung an das Land NRW gestellt. Und dann heißt es, Daumen drücken und auf Zuwendungen hoffen. Heimbach ist auf dem besten Weg, ein oder zwei Objekte aufstellen zu können, die mit Beteiligung der Bürger entstanden sind, und ein Stück Heimat widerspiegeln.

(ush)