Kunstakademie Heimbach feiert zehnjähriges Bestehen: Ein besonderes Geburtstagsgeschenk

Kunstakademie Heimbach feiert zehnjähriges Bestehen : Ein besonderes Geburtstagsgeschenk

Die besten Ideen entstehen manchmal zur fortgeschrittenen Stunde, nach dem ein oder anderen Gläschen Mineralwasser. Die ersten Überlegungen, im Kreis Düren eine Kunstakademie zu gründen, gehen auf ein solches Gespräch nach einer Theaterpremiere zurück.

Es dauerte fünf weitere Jahre, bis aus der Idee Realität wurde, nahm Landrat Wolfgang Spelthahn die Zuhörer am Sonntag mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Internationalen Kunstakademie Heimbach. Dass die Gründung keine Schnapsidee war, bewies am Sonntag das Akademiefest zum zehnjährigen Bestehen.

„Die Kunstakademie ist seit dem ersten Tag eine ununterbrochene Erfolgsgeschichte“, bedankte sich Spelthahn als Vorsitzender des Trägervereins bei allen Dozenten, Kursteilnehmern und vor allem auch Spendern und Sponsoren, dass es seit zehn Jahren überhaupt eine Akademie in der Eifel geben kann. „Mehr denn je ist der Betrieb auch dem ehrenamtlichen Engagement vieler Helferinnen und Helfer zu verdanken“, betonte Spelthahn. So war das Fest auf der Burg Heimbach mit Livemusik und vielen Workshops gestern auch ein Dankeschön an alle Wegbegleiter der Vergangenheit und alle Wegbegleiter der Zukunft.

Im August 2009 begann der Lehrbetrieb mit 30 Kursen. Zuvor galt es, einen geeigneten Standort für eine Kunstakademie im Kreis zu finden, ein Konzept zu erarbeiten und die Finanzierung sicherzustellen. Kurz nach Gründung des Trägervereins formierte sich der Förderverein, der heute fast 200 Mitglieder zählt.

Jüngste Erweiterung sind Räume der ehemaligen Burgschänke, die unter anderem Platz für den Otmar-Alt-Raum und Einzelausstellungen liefern. Foto: Stephan Johnen

Das Wachstum der Akademie lässt sich mit einem Blick in die Statistik verdeutlichen: Waren es im Gründungsjahr 30 Kurse, stehen heute 150 im Programm. Aus 100 Teilnehmern im ersten Jahr wurden 1200 in 2018, Tendenz zunehmend. 63 Werkschauen von Kursteilnehmern und acht Großausstellungen haben einen Beitrag zur Wahrnehmung der Rureifel auch als kulturelles Zentrum beigetragen. Ausstellungen mit Werken von Otmar Alt, James Rizzi und Janosch lockten Zehntausende.

Im Rahmen des Akademiefestes wurden gestern auch neue Räume offiziell eingeweiht. In der ehemaligen Burgschänke stehen künftig mehrere Räume mit etwa 1000 Quadratmetern für Einzelausstellungen der Dozenten zur Verfügung, die auf den Namen „Kleines Kunsthaus Heimbach“ getauft wurden. Professor Dr. Frank Günter Zehnder eröffnete zudem den „Otmar Alt Raum“, in dem unter anderem die aus dem „Otmar Alt Sprinter“ der Rurtalbahn stammenden Glasfenster und Skulpturen eine neue Heimat gefunden haben. Die Akademie freut sich zudem über eine Dauerleihgabe von Martha und Karsten Fiedler, deren umfangreiche Sammlung von Grafiken nun katalogisiert wird und öffentlich zugänglich gemacht werden soll.

Wie spannend und abwechslungsreich die Welt der Kunst sein kann, konnten große und kleine Besucher gestern in zahlreichen Workshops und Mitmach-Angeboten selbst erfahren und ausprobieren – von der Porträtfotografie bis zum freien Malen.

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