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Heimbach: Heimbach sagt nein zur Landesgartenschau in fünf Jahren

Heimbach : Heimbach sagt nein zur Landesgartenschau in fünf Jahren

Die Anfrage war schon mehr als eine Überlegung wert. Es galt, Chancen und Risiken abzuwägen. Im Endeffekt aber überwog die Einschätzung: Die Risiken sind unkalkulierbar. Und deshalb ist Donnerstagabend die Mehrheit des Heimbacher Haupt- und Finanzausschusses dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, keine Machbarkeitsstudie für die Ausrichtung der Landesgartenschau („Laga“) 2023 in Heimbach in Auftrag zu geben.

Jülich und Zülpich waren bereits Gastgeber für viele Besucher einer „Laga“, Zülpich machte auch 2,7 Millionen Euro Gewinn. Verwaltung und Politik der kleinsten Stadt im Kreis Düren haben aber Abstand genommen.

„Ich war schon verwundert, als ich im Dezember von der Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege NRW angesprochen wurde“, sagte Heimbachs parteiloser Bürgermeister Peter Cremer. Gefragt wurde er, ob die Stadt sich vorstellen könne, sich um die Ausrichtung der Landesgartenschau in fünf Jahren zu bewerben. Der Bürgermeister musste zunächst einmal schlucken: „Wir denken schon innovativ, was die Entwicklung unserer Stadt angeht, aber auf diese Idee wären wir nicht gekommen.“ Das Bonner Planungsbüro des Hauseners Stephan Lenzen, das die Neugestaltung des Rurufers im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes plant, hatte den Blick der Arbeitsgemeinschaft auf Heimbach gerichtet.

Und die Stadt nahm die Anfrage durchaus ernst, sah sie doch die Chance, über die Landesgartenschau eine nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben. Sechs Millionen Euro hätte das Land der Kommune zur Verfügung gestellt, um Grün- und Freiflächen zu ertüchtigen oder zu schaffen, um Sport-, Spiel- und Erholungsmöglichkeiten zu gestalten und während der siebenmonatigen Dauer der „Laga“ Veranstaltungen zu organisieren.

Risiken zu groß

Gestaltet worden wäre der Bereich vom Parkplatz Laag bis zur Holzbrücke über die Rurbrücke und von dort auf der anderen Rurseite das Gelände bis zum Staubecken. Und vielleicht hätte das Gewässer auch mit einbezogen werden können.

„Wir hätten das Gelände auch für unsere Einwohner aufwerten können, wir hätten mehr Touristen nach Heimbach holen können, wir hätten eine schöne Chance gehabt, etwas für unsere Stadt tun zu können“, sagte Cremer.

Doch die Risiken erschienen ihm, seiner Verwaltung und der Mehrheit der Politiker zu groß: „Die Stadt wäre alleiniger Gesellschafter der notwendigen Bau- und Betreibergesellschaft gewesen, müsste Verluste alleine tragen. Da stellte sich die Frage, ob wir als Kommune im Haushaltsicherungskonzept das stemmen und unsere schwarze Null im Jahre 2023 gefährden wollten.“ Zumal ja in den Jahren nach der „Laga“ auch Folgekosten anstünden. Außerdem sah sich die Verwaltung personell nicht in der Lage, die Aufgaben zu bewältigen.

Das Nein zur „Laga“ heißt für Cremer aber nicht nein zu einer weiteren Entwicklung dieses Bereichs: „Wir müssen Geld über andere Förderquellen hereinholen.“