„Ein Mann, der anpackte“: Heimbach ehrt Ex-Bürgermeister Hans-Günther Pütz

„Ein Mann, der anpackte“ : Heimbach ehrt Ex-Bürgermeister Hans-Günther Pütz

Auch in der Nordeifel findet man sie, die starken Charaktere, die eine ganze Generation und mehr das Ruder nicht aus der Hand geben, um für ihre Kommune zu kämpfen. Aus diesen und vielen anderen Gründen hatte der Rat der Stadt Heimbach vor Monaten einstimmig beschlossen, Alt-Bürgermeister Hans Günther Pütz (CDU) die Ehrenbürgerwürde zu verleihen.

Viele Honoratioren, Abgeordnete des Landtags, Vertreter des Kreises, Bürgermeister der Nachbargemeinden, Vertreter der verschiedenen Verbände und Vereine, Schulleiter im Amt und a.D., weltliche und kirchliche Würden- und Amtsträger waren gekommen, um Hans Günter Pütz zu ehren.

Das Defilee am Ende der offiziellen Zeremonie war lang. Viele wollten dem ehemaligen ersten Bürger der Stadt Heimbach an seinem Ehrentag die Hand drücken.

Der amtierende parteilose Bürgermeister Peter Cremer hielt die Laudatio auf den zukünftigen Ehrenbürger. Dabei ist es Cremer bei dem Verfassen der Rede wahrscheinlich nicht schwergefallen, die weißen Blätter mit Daten, Anekdoten und Geschichten aus dem Leben und Wirken des Hans Günther Pütz zu füllen. „Es ist der bisher der weitem liebste Beschluss“, eröffnete der Bürgermeister seine Rede, „den ich ausführen kann.“

Hans Günther Pütz ist am 3. Oktober 1938 in Köln geboren. Nach der Schule nahm er das Studium des Bauingenieurwesens auf. Am 9. August 1963 heiratete er Irmgard Bachem. Pütz‘ politische Laufbahn im Rat der Stadt Heimbach fing 1967 an. Ein Jahr später schon, 1968, wurde er zum Bürgermeister gewählt. Dieses Amt hat er — Cremer streute diese Zahl lächelnd in den Raum — 13.344 Tage inne. „Wenn Hans Günther Pütz 2004 nicht zwangspensioniert worden wäre“, vermutete Cremer, „wäre er wahrscheinlich heute noch Bürgermeister von Heimbach.“

Peter Cremer zählte die zahlreichen Bautätigkeiten während der Amtszeit von Pütz auf. Das Einschneidendste jedoch sei für die Bevölkerung Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts die Zusammenlegung der Städte Nideggen und Heimbach gewesen. An vorderster Front kämpfte Pütz damals für die Selbstständigkeit seiner Stadt. Am 4. August 1972, Hans Günther Pütz und Peter Cremer erinnerten sich, sprach das OVG Münster der Stadt Heimbach die Selbstständigkeit aus. In Heimbach läuteten die Glocken.

Diplomatische Beziehungen

Zusammenschlüsse mit Verbänden der Stadt Nideggen waren später aber doch nötig. „Wir haben die diplomatischen Beziehungen zu Nideggen danach sehr gepflegt“, erinnerte sich Pütz.

Am 14. Dezember 1995 wurde Hans Günther Pütz erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt. Am 30. September 2004 ging er nach 36 Jahren, sechs Monaten und sechs Tagen in den Ruhestand. Peter Cremer verwies darauf, dass der Ehrenbürger Pütz nicht nur im politischen, sondern auch im sozialen Raum tätig war und noch ist.

Bert Züll, der direkte Nachfolger von Pütz als Bürgermeister, nannte seinen Vorgänger einen Mann, „der anpackte und nicht nur redete. Wenn jemand das verdient hat“, wandte sich Züll an seinen Vorgänger, „dann bist du das.“

Hans Günther Pütz wollte von der Stadt keine Geschenke. „Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde“, so hatte er Peter Cremer in einem Vorgespräch gesagt, „ist mir Geschenk genug.“

Für die musikalische Unterhaltung sorgten Renold Quade und Jochen Roberts.