Merzenich: Heimatverein Merzenich gewährt Einblicke in sein Archiv

Merzenich: Heimatverein Merzenich gewährt Einblicke in sein Archiv

Als Helga Rust noch jung war, wohnte eine Zeit lang ein Lohngänger in ihrem Elternhaus. August Schmühl war Anfang der 50er Jahre an den Bauarbeiten an der Morschenicher Kirche beschäftigt.

Vor einigen Jahren entdeckte die Morschenicherin seine Todesanzeige in der Tageszeitung. „Ich habe dann einfach mal bei der Familie nachgefragt“, berichtet Helga Rust. Der Kontakt war freundlich, und schließlich überreichte die Tochter des Dachdeckers Helga Rust Bilder, die ihren Vater bei den Bauarbeiten an der Kirche zeigten.

Über 2000 Bilder

Helga Rust überließ die Bilder später wiederum dem Geschichts- und Heimatverein Merzenich. Dessen Archiv bewahrt die Geschichte von August Schmühl und dem Bau der Morschenicher Kirche nun auf.

So oder auf vielen anderen Wegen fanden mittlerweile über 2000 Bilder aus dem gesamten Gemeindegebiet ihren Weg ins Archiv des Vereins. Bei einem Tag der offenen Tür stand das Archiv für jedermann zur Einsicht bereit.

Die Themen der Fotos reichen von Familienporträts bis zu Landschaftsaufnahmen, erzählen von Dorffesten und anderen Feierlichkeiten. „Soweit dies noch möglich ist, versuchen wir auch alles zu beschriften“, berichtet Archivar Heinrich Geich.

Das ist natürlich bei den aktuellen Dingen einfacher als bei wirklich alten Aufnahmen. Neben Fotos umfasst die Sammlung auch Dokumente wie historische Zeugnisse oder Urkunden, alte Bücher und vieles mehr.

Gestartet hat der Verein die Sammlung 1985. „Erst haben wir Bilder abfotografiert, später alles als Dia gesammelt“, erinnert sich Geich. Aus Platzgründen gibt es die Dias heute nicht mehr, fast alles läuft inzwischen digital.

Es gibt noch viel zu tun

Natürlich steht das Archiv auch sonst über das Jahr für Anfragen offen. „Gelegentlich haben wir auch Interessenten“, berichtet der Archivar. Dann geht es in den meisten Fällen um Ahnenforschung Beim Auffinden von Bildern hilft den Archivaren ihr Ordnungssystem. Im Findbuch lässt sich die Sammlung nach Ortschaft, Straße und Thema nachvollziehen. Fertig mit dem Job sind die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins noch lange nicht. „Die Geschichte geht immer weiter“, formuliert es Geich.

(heb)
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