Eifel-Troubadour im Wasserturm: Heimatklänge inmitten von Kunst

Eifel-Troubadour im Wasserturm : Heimatklänge inmitten von Kunst

Das Leben von Günter Hochgürtel war schon immer von einer tiefen Verbundenheit zu seiner Heimat geprägt. Aus Nettersheim stammend, definiert sich der Journalist selbst als Eifeler durch und durch.

Doch der Journalismus ist nicht seine einzige Leidenschaft. Mit der 1986 gegründeten Eifelrockband „Wibbelstetz“ und auch als Solokünstler tourt er seit Jahrzehnten durch Eifeldörfer, das Kölner Umland und sogar bis nach Italien und Pennsylvania/USA, immer die Gitarre, die Mundharmonika und die gute Laune im Gepäck. Seine Lieder singt er in Eifeler Platt, französisch, italienisch oder englisch.

Das Konzert in Wissersheim fand an einem ganz besonderen Ort statt. Günter Thelens Kleinkunstatelier im Wissersheimer Wasserturm diente als Bühne, Hochgürtel sang umgeben von Skulpturen und Werken des Künstlers. Aufgrund der Größe des Raumes konnten nur 25 Sitzplätze zur Verfügung gestellt werden. Der Andrang war allerdings so enorm, dass auch Tische und Fensterbänke zu Sitzgelegenheiten umfunktioniert wurden.

Kabarettistische Einlagen

Die beiden Künstler hatten sich auf einer Vernissage kennengelernt und waren schnell zu dem Schluss gekommen, das Konzert im Wasserturm zu veranstalten. Musik und Lieder waren aber nicht das Einzige, was an diesem Abend geboten wurde. Vor jedem Song gab es eine Geschichte zum Inhalt, die mit kabarettistischen Einlagen geschmückt war. Im ohnehin schon kleinen Kunstatelier wurde es fast schon familiär, auch weil viele Lieder von Gunter Hochgürtel persönliche Lebenserfahrungen beinhalten.

So ist der Eifel-Troubadour in der Nähe der Kakus-Höhle bei Eiserfey im Kreis Euskirchen geboren. Das Lied zu der Höhle erzählt von Kindheitserinnerungen wie dem Spielen in der Höhle, den Fledermäusen und den nackten Hippies, die am Lagerfeuer saßen. Das Lied „Himbeermarmelade“ handelt unter anderem von der Freiheit, die man in der Eifel mit einem Moped, auch „Ribbel“ genannt, bekam, weil die Busverbindungen so miserabel waren.

Auch bekannte Lieder, bei denen einige mitsingen konnten, fehlten bei dem Konzert nicht. „Bella Ciao“ erlangte Bekanntheit als Widerstandslied der italienischen Resistenza gegen den Faschismus während des Zweiten Weltkrieges, obwohl es bereits aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammt. Wiederentdeckt wurde es von der spanische Serie „Haus des Geldes“, womit es auch dem jüngeren Publikum zum Teil bekannt sein dürfte. Ein weiterer Klassiker war „Ring of Fire“ aus der Blütezeit von Jonny Cash in den 60er Jahren.

Während des gesamten Konzerts konnte man Günter Hochgürtel die Leidenschaft für seine Musik anmerken. Die Lieder über Heimat, Freundschaft, Familie und Erinnerungen erzählen ganz persönliche, aber auch ganz allgemeine Dinge über das Aufwachsen in der Eifel.

„Ich habe auch schon unter der Erde gespielt. Vor einem Misthaufen. Und nun halt im Wasserturm“, stellte er mit einem Schmunzeln fest. „Es ist eine tolle Location mit der ganzen Kunst im Raum.“

Im Wissersheimer Wasserturm finden regelmäßig Auftritte, Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Peter Thelens Kunstwerke können dort jederzeit bewundert werden. Und Günter Hochgürtel geht weiter auf Tour, als Solokünstler und mit den „Wibbelstetz“.