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Simonskall: „Hecken-Fotograf” mag die Dämmerung

Simonskall : „Hecken-Fotograf” mag die Dämmerung

Schon der Rahmen für die Ausstellung ist außergewöhnlich: Es ist das als „Haus des Gastes” dienende Junkerhaus in Simonskall mit einer historischen Treppe, an der sich längere Zeitgenossen durchaus ihre Schädeldecke verformen könnten, es sei denn, sie haben aufgepasst.

Und aufgepasst hat offenbar auch Peter Stollenwerk, als er seine zahlreichen Bilder nicht „knipste”, sondern „auslöste”. Was das heißt, erklärte der Aussteller, im Hauptberuf Redakteur der Aachener Zeitung in der Lokalredaktion für die Eifel.

Die Bilder entstehen in seinem Kopf, sind schon fertig, bevor er auf den Auslöser drückt. Stollenwerks Motiv ist die Eifellandschaft, sein Tun nennt er folglich „Landschaftsreportage”.

Geboren in Steckenborn, lebt er auch in Steckenborn und wo sonst als in der Umgebung von Steckenborn könnte er seine Bilder finden? Der in seinem Bekanntenkreis liebevoll als „Hecken-Fotograf” bezeichnete Künstler ist schon seit 30 Jahren mit seiner Kamera unterwegs. Die kleine, von der Natur geschaffene Skulptur findet seine Aufmerksamkeit genau so wie die größeren Landschaften seiner geliebten Eifel, wo nach seiner Auffassung weitere Windrad-Kolosse nur zerstörend wirken.

Stollenwerks bevorzugte Jahreszeit ist der Winter. Er passt für ihn zu dieser Landschaft, „lässt sie gar über sich hinaus wachsen”. Die bevorzugten Tageszeiten sind für ihn der frühe Morgen und der späte Abend, wenn das Licht für seine Aufnahmen am günstigsten ist. Er fotografiert sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe. Die Schwarzweiß-Bilder entwickelt er im eigenen Labor.

Eva Polis und Patricia Schmitz, beide aus Steckenborn, begleiteten die Vernissage auf ihren Querflöten mit Werken von J. J. Quantz und C. Ph. E. Bach.

Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste von Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch und von Franz Tiedtke, der für die Organisation der Ausstellungen im Junkerhaus verantwortlich ist. Die Laudatio hielt Kaspar Vallot, Journalist wie Stollenwerk. Zu sehen sind die Fotografien bis zum 18. Juli mittwochs und samstags von 14 bis 18 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.