Tierschutzverein für den Kreis Düren: Haustiere keinesfalls im Internet kaufen

Tierschutzverein für den Kreis Düren : Haustiere keinesfalls im Internet kaufen

Kleine Hunde verkaufen sich im Internet besonders gut: Der Tierschutzverein für den Kreis Düren warnt aus aktuellen Anlass davor, Hunde über das Internet zu erwerben. Vor kurzem gab es den Fall einer Frau aus Inden, die beim Versuch, einen Hund online zu kaufen, auf Betrüger hereingefallen war.

Wer bei Ebay-Kleinanzeigen nach Hunden in Düren sucht, bekommt eine große Auswahl geboten. Auch auf anderen Internetportalen kann man Welpen, Katzen oder Kaninchen kaufen wie Kleidung oder DVDs. Die Unterschiede sind nur, dass man die Ware selbst abholen muss – und vor allem, dass es sich um Lebewesen handelt. „Das Internet ist kein Platz, um Tiere zu kaufen“, betont der Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Düren, Jürgen Plinz. Gute Züchter seien auf solchen Portalen nicht zu finden.

Plinz möchte das noch einmal explizit klarstellen, nachdem vor kurzem der Fall einer Frau aus Inden Schlagzeilen machte, die beim Versuch, einen Hund online zu kaufen, auf Betrüger hereingefallen war. Selbst dann, wenn die Verkäufer keine illegalen Absichten gehabt hätten, hätte der Tierschützer von diesem Kauf abgeraten, weil die Indenerin das Tier scheinbar vor dem Kauf überhaupt nicht gesehen oder kennengelernt hat.

Die Gesundheit des Hundes, sein Verhalten, die Verträglichkeit mit anderen Tieren oder Familienmitgliedern sei völlig offen gewesen. Sich persönlich einen Hund auszusuchen, der zu einem passt, hält Plinz für unabdingbar – auch und gerade beim Auslandstierschutz.

Dubiose oder wenigstens unprofessionelle Händler und Züchter sind sich dessen aber auch bewusst und machen damit Geld, weiß Jürgen Plinz vom Tierschutzverein aus Erfahrung. Foto: ZVA/Anne Welkener

„Einen Hund aus dem Ausland zu wollen, ist legitim“, sagt Plinz. Er rät Interessierten aber, selbst in das jeweilige Land zu reisen, dort vielleicht einen Urlaub zu verbringen, um vor Ort genug Zeit zu haben, um ein Tier auszusuchen und mit den Tierpflegern zu sprechen. Organisationen, die Tiere aus dem Ausland direkt zu deutschen Haltern vermitteln oder nur kurz in Pflegestellen unterbringen, bevor sie zum neuen Herrchen oder Frauchen kommen, kritisiert Plinz. „Es gibt viele Organisationen, die es sauber und gut machen. Aber mindestens genauso viele, wo dem nicht so ist.“

Er warnt: „Wenn das Tier eingeflogen wird, wissen sie gar nichts darüber, das ist wie eine Katalogbestellung.“ Tiere aus solchen Blindkäufen würden häufig zum Wanderpokal, der ein paar Mal – vielleicht auch über das Netz – weiterverkauft wird. „Nach dem dritten Ort des Wanderpokals müssen wir Tierheime das ausbaden“, beschwert sich Plinz, um sofort zu ergänzen: „Nein, die Tiere müssen es ausbaden.“

Jürgen Plinz wünscht sich ein Gesetz, wie es in Österreich seit 2017 Praxis ist: Dort ist der Internethandel mit Tieren verboten, ausschließlich Personen oder Organisationen mit Genehmigung, dürfen Tiere öffentlich zum Kauf anbieten. „Zum Schutz der Tiere ist es notwendig zu wissen, wo und wie Tiere gehalten werden“, erklärt dazu das österreichische Sozialministerium.

Gewöhnungsphase in Düren

Nicht ohne Grund dauert es im Dürener Tierheim eine ganze Weile, bis man das ausgesuchte Tier mitnehmen darf. Wer einen Hund aufnehmen möchte, muss erst ein paar Mal mit ihm spazieren gehen, die ganze Familie lernt den Vierbeiner kennen, und erst wenn feststeht, dass die Chemie stimmt, wird vermittelt. Die Rücklaufquote geht dabei gegen null. „Wenn sich Interessenten allerdings kurz vor Weihnachten an uns wenden oder sogar ehrlich sagen, dass das Tier verschenkt werden soll, bitten wir sie, nach Weihnachten wieder zu kommen“, erklärt Plinz. Ihm und seinen Kollegen ist dabei wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, damit sie nicht mit ihrem Wunsch nach einem Tier – im doppelten Wortsinn – ins Netz gehen.