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Düren: Hausmeister verbringt auch in den Sommerferien viel Zeit in der Schule

Düren : Hausmeister verbringt auch in den Sommerferien viel Zeit in der Schule

In merkwürdiger Stille liegt das Schulgebäude da. Hier, wo sonst das Leben tobt, ist es mucksmäuschenstill, nichts rührt sich, alle Türen sind verschlossen, nirgendwo brennt Licht.

Nur aus dem Türspalt neben der Hausmeister-Loge dringen ein schmaler Lichtkegel und dumpfe Geräusche auf dem dunklen, verlassenen Flur. Hinter der Tür verbirgt sich der Lieblingsort von, dem Hausmeister an der Anne-Frank-Gesamtschule in Mariaweiler.

Hier verbringt er am liebsten seine Zeit, auch in den Ferien. Denn in den Urlaub fahren kann Davoud Khosravani in den schulfreien Wochen nicht. Gerade jetzt sei einiges zu erledigen. Und alles, was an kleinen Arbeiten, Reparaturen oder Ausbesserungen nötig ist, erledigt er am liebsten selbst und zwar hier an seinem Lieblingsort, der Hausmeister-Werkstatt. „Still sitzen kann ich nicht, ich will immer etwas tun, bin immer auf den Beinen”, sagt der 58-Jährige.

Trotzdem sind die Sommerferien nicht nur für seine Schule, sondern auch für ihn so etwas wie eine Kur. Während er die Schule einer Frischzellen-Therapie unterzieht, nutzt er die Ferienzeit gleichzeitig, um sich ein bißchen von dem sonst so lauten Treiben in dem riesigen Gebäude zu erholen. „Meine Urlaubsinsel ist eben hier, in der Schule”, sagt er und zeigt dabei lachend auf seinen gläsernen Arbeitsplatz im Eingangsbereich der Schule. Die Schüler nennen die Loge nur „das Aquarium”, weil Khosravani von innen - wie ein Fisch im Glas - alles ganz genau beobachten kann.

Und das möchte er auch. Ordnung und Disziplin sind ihm wichtig, bestimmen seine Arbeit. Vielleicht hat er sich diese Einstellung noch von seiner früheren Tätigkeit bewahrt: 13 Jahre lang war er als Buchhalter bei der Stadt Düren beschäftigt, bevor er vor drei Jahren an der Anne-Frank-Schule seinen Job als Hausmeister antrat. Er erinnert sich an die ersten Tage: Zwei große Eimer mit dem gesamten Schlüsselinventar der Schule wurden ihm in die Hand gedrückt, alle ohne Beschriftung und durcheinander.

Für den ordnungsliebenden Khosravani ein Graus. „Aber ich habe schnell ein System entwickelt”, erzählt er begeistert von seinen drei Schlüsselkästen, deren Inhalte ihn zum Herrn über rund 700 Schlüssel machen.