Heimbach: Haus des Gastes: Schließung ist nicht leicht gefallen

Heimbach: Haus des Gastes: Schließung ist nicht leicht gefallen

Bedauern äußerten alle Ratsvertreter im Heimbacher Kommunalparlament. Die Schließung des Haus des Gastes samt Bücherei am 31. Oktober (wir berichteten) fiel den Volksvertretern nicht leicht.

„Das Haus des Gastes stand bei den Beratungen schnell auf der Prioritätenliste ganz oben. Wir tun uns nicht leicht, aber wir stimmen der Schließung zu, weil es zu wenig genutzt wird“, sagte beispielsweise CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Breuer.

Hubert Kast, Breuers Pendant von der FDP, meinte gar: Wir haben vielleicht den Fehler gemacht, nicht mal früher den Rotstift anzusetzen.“ Thomas Wagenbach, der Sprecher der Grünen, regte an, eine private Nutzung des Hauses anzustreben und den Verlust der Bücherei mit möglichst vielen offenen Bücherschränken auch in Gastronomiebetrieben aufzufangen. Ursula von Gagern, die Freifrau von den Sozialdemokraten, kritisierte jetzt wie auch Beate Weiler-Pranter von der UWV, dass die Bevölkerung — es waren zahlreiche Bürger in den Sitzungssaal gekommen — erst jetzt und nicht schon früher informiert worden sei. Von Gagern kündigte an, die SPD werde angesichts der ausstehenden Haushaltsberatungen nicht für die Schließung stimmen. Auch Grünen-Politiker Herbert Marx konnte sich mit der Schließung nicht anfreunden: „Das Haus des Gastes ist die Seele der Stadt Heimbach.“

Doch nur er und die Sozialdemokraten votierten gegen die Schließung des Hauses des Gastes. Was nun mit dem Gebäude geschieht, ist offen. Die Hoffnungen ruhen auf einem privaten Investor, allerdings sagte Bürgermeister Peter Cremer (parteilos), dass es noch keine konkreten Gedankenspiele gebe.

Nicht betroffen von den aktuellen Schließungsplänen ist (noch?) das Wasser-Informationszentrum. Der Grund: Das WIZE befindet sich noch in der Zweckbindung. Würde es geschlossen, müssten Zuwendungen anteilig zurückgezahlt werden. Zusätzlich ist die Stadt verpflichtet, die Touristinformation am Heimbacher Bahnhof zu betreiben. Und geschlossen werden soll auch nicht der Infopunkt im Resort Eifeler Tor: 22000 Urlauber informierten sich im vergangenen Jahr über Heimbach und Umgebung. Deshalb ist er nach Ansicht von Rat und Verwaltung für die Gästebetreuung unerlässlich.

Beibehalten werden sollen nach dem mehrheitlichen Ratsbeschluss die Ortsvorsteher. Würde man auf diesen Posten verzichten, könnte die Stadt 9400 Euro jährlich einsparen. Josef Jörres (UWV), Hausens Ortsvorsteher, hatte die Abschaffung in die Diskussion über die Möglichkeiten, den Haushalt zu konsolidieren, eingebracht. Während der Ratssitzung begründete er seinen Vorstoß: „Das wäre auch ein zusätzlicher Beitrag der Politik, den Etat bis zum Jahre 2023 auszugleichen.“

Nach den Überlegungen von Jörres könnten die jeweiligen Ratsvertreter in den Orten die Aufgaben der Ortsvorsteher übernehmen. Bürgermeister Peter Cremer warb aber energisch dafür, an den Ortsvorstehern als Bindeglied zwischen Bevölkerung, Rat und Verwaltung festzuhalten. So könnten, sagte der Bürgermeister, oft ortsbezogene Probleme auf dem kurzen Dienstweg behoben werden. Auch würden die Ortsvorsteher ja repräsentative Aufgaben in ihren Dörfern übernehmen.

Der Vorschlag von Josef Jörres fand nicht die Mehrheit: SPD, UWV und FDP unterlagen CDU, Grüne und dem Bürgermeister der Stadt Heimbach.

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