Düren: Hannemann-Gelände: Neues Gutachten soll Klarheit schaffen

Düren: Hannemann-Gelände: Neues Gutachten soll Klarheit schaffen

Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Lärmschutzgutachten soll klären, welche Bebauung auf dem brach liegenden Hannemann-Geländes mitten in der Stadt möglich ist. Ursprünglich sollte mit der Vermarktung des Geländes bereits in 2014 begonnen werden.

Die Lage ist vertrackt. Die Erbengemeinschaft, der das Gelände gehört, will die Industriebrache bereits seit 2013 vermarkten. Dazu wurden die alten Industriehallen zurückgebaut und mit einer Altlastensanierung begonnen. War Projektentwickler Georg Hartl anfangs noch optimistisch, dass eine Planung zügig umgesetzt werden könnte, wich die Euphorie sehr schnell der Ernüchterung.

Die Stadt pochte frühzeitig auf einen Bestandsschutz für das Unternehmen Zimmermann & Jansen. Die Folge: Der Projektentwickler sollte bei der Wohnbebauung Abstandsgrenzen zum Unternehmen einhalten, ohne dass die Stadt allerdings diese Grenzen genau zog. Konnte sie auch nicht, weil Z & J zwischenzeitlich über einen Umzug in ein Gewerbegebiet nachdachte.

Mit dem in Auftrag gegebenen Lärmschutzgutachten wird nun der Ist-Zustand berücksichtigt und Projektentwickler Hartl könnte endlich die Bebauung umsetzen, die schon vor knapp einem Jahr so formuliert worden war: eine Wohnbebauung im ersten Drittel der Fläche, die am weitesten von Z & J entfernt ist.

Dürens Stadtplaner Marcus Steffens: „Das ist quasi das Worst-Case-Szenario. Sollte sich bei Zimmermann & Jansen etwas ändern, dürfte es für die Entwicklung des Hannemann-Grundstücks eher besser werden und man könnte das noch im Planverfahren berücksichtigen.“ Bis Ostern, so schätzt, Steffens, soll das Gutachten vorlegen. Projektentwickler Hartl geht dementsprechend derzeit davon aus, dass zumindest Teile des Grundstücks dann — etwa in einem halben Jahr — an den Investor verkauft werden können, der im ersten Abschnitt auf rund 8000 Quadratmetern eine Wohnbebauung mit vermutlich zehn Doppelhäusern plant. Hartl: „Auch für den zweiten Abschnitt sehe ich keine Probleme. Zum 3. Abschnitt werden wir erst nach Vorlage des Gutachtens genaueres sagen können.“

Dieses sukzessive Erschließen des Geländes hält auch Stadtplaner Steffens für sinnvoll. Er hat aber noch ein anderes Problem: Im Lärmschutzgutachten geht es nicht nur um den Bestandsschutz für Z & J und den nötigen Abstand zur Wohnbebauung, sondern auch um die Bahnstraße. „Die hat eine nicht unerhebliche Verkehrsbelastung“, weiß Steffens.

Das führt absurderweise dazu, dass auch hier Abstandsgrenzen einzuhalten sind, während auf der gegenüberliegenden Seite die Wohnbebauung unmittelbar an die Straße reicht. Steffens: „Wenn man einen Bebauungsplan mit neuer Nutzung aufstellt, gelten nun mal strengere Vorschriften als für die bestehende Bebauung.“ Ein Problem, wenn man innerstädtische Brachen erschließen will. Steffens: „Eine neue Ackerfläche ist leider leichter zu erschließen. Aber das ist eben nicht unser Ziel.“

Bei Zimmermann & Jansen ist der Umzug in ein Gewerbegebiet inzwischen vom Tisch. Dort setzt man auf einen Um- beziehungsweise Neubau am bestehenden Standort.

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