Niederzier: Handwerkerinnenmarkt lockt nicht nur weibliche Besucher

Niederzier: Handwerkerinnenmarkt lockt nicht nur weibliche Besucher

Auf dem Handwerkerinnenmarkt herrscht am Samstagnachmittag reges Treiben. Bei schönstem Sonnenschein haben sich Hunderte von Besucherinnen (und Besuchern) auf den Weg gemacht, Selbstgemachtes aus der Region zu erstehen. Hinter den Ständen: Frauen, die Marmeladen, Kuchen im Glas, Gehäkeltes, Genähtes, künstlerische Plastiken oder auch Gemälde verkaufen.

Die Organisatorinnen des Marktes, Steffi Leinesser und Eva Schüller von der Gemeinde Niederzier, sind zufrieden: „Hier arbeiten alle Hand in Hand. Die Netzwerkarbeit funktioniert hervorragend. Alle packen mit an. Darauf sind wir stolz.”

Alle, damit sind vor allem auch die Unterstützer der Veranstaltung gemeint, also die Gesamtschule, die Offene Ganztagsschule, die Wohnanlage Sophienhof sowie die Familienzentren und Kindergärten. Sie alle helfen mit, den Markt zu bestücken. Die Erlöse werden für gemeinschaftliche Projekte der einzelnen Institutionen eingesetzt. So wird die Gesamtschule das Geld nutzen, um die nächste Abiturfeier zu finanzieren.

Viel Musik

Unterstützer sind auch die vielen Musikgruppen (das Blechbläserensemble „Musica Villa Duria“, der Kinderchor „Sternenfänger”, Oliver Titz der „Mann am Piano”, der Sophienhofchor und das Duo „Da Capo Al Fine”), die das Bühnenprogramm gestalten. Auch die Musikschule Niederzier schickte ihre Big-Band „tAf”, um das Marktleben musikalisch zu untermalen. Unter der Leitung von Eva Maria Gaul wurden Medleys von James Last und Frank Sinatra gespielt, aber auch Popsongs fanden begeisterte Zuhörer wie zum Beispiel Sara Rosenland aus Arnoldsweiler, die mit ihrer kleinen Tochter Emma gekommen war, um ihrem Mann Johannes und ihrer Schwiegermutter Susanne für ihre musikalischen Leistungen Applaus zu spenden.

Natürlich schlenderten die beiden vorher noch gemütlich über den mittlerweile weitläufigen Markt. Im Startjahr 2011 umfasste er 28 Stände mit selbst produzierter Ware. Mittlerweile sind es 92. Einer von ihnen hatte es den beiden besonders angetan: Der Häkelstand von Saskia Wirtz. Ein Haarreif für Emma und ein Leszeichen für Oma wechselten die Besitzerinnen. Saskia Wirtz behäkelte früher nur Familie und Freunde.

Doch weil die Nachfrage nach gehäkelten Gläseraufsätzen mit Augen, Haarschmuck und Kuscheltieren immer größer wurde, hat die Physiotherapeutin unter dem Namen „Meine bunte Häkelwelt” ein Gewerbe angemeldet. Sie ist bereits zum dritten Mal dabei und sehr zufrieden: „Die Standgebühren sind niedrig, die Organisation ist toll und es ist immer viel los”.

Von diesem Service würden wohl auch männliche Händler gerne profitieren, die immer wieder anfragen, ob sie nicht doch auch mitmachen könnten. Zurzeit müssen die beiden Gleichstellungsbeauftragten Leinesser und Schüller das aber noch ablehnen. Denn mitmachen dürfen nur Handwerkerinnen. Wird es also demnächst wohl möglich eine Männerecke mit Imkern und Schmieden aus der Region geben? Die beiden Organisatorinnen lachen: „Da könnte man ja mal drüber nachdenken”.