Ellen: Hambachbahn: Aufträge im Wert von 50 Millionen Euro vergeben

Ellen: Hambachbahn: Aufträge im Wert von 50 Millionen Euro vergeben

Mehrere hundert Meter lange und bis zu sieben Meter hohe Wälle, die künftig einen Sichtschutz zu den herannahenden Schaufelradbaggern bieten sollen, zeugen nahe Buir vom Fortschritt der Arbeiten an der neuen Trasse der Hambachbahn, die sich langsam aber sicher Meter für Meter in die Erde frisst.

So sichtbar wie in dem Kerpener Vorort werden die vor Jahresfrist angelaufenen Bauarbeiten an dem 113-Millionen-Euro-Projekt zwischen Ellen und Morschenich hingegen bislang nur für denjenigen, der sich auf den Weg vorbei am einstigen Baggermontageplatz in Richtung Kohlebunker begibt, wo die zu den Kraftwerken im Erftkreis fahrenden Züge aus dem Tagebau Hambach mit dem braunen Gold beladen werden.

„Wir liegen voll im Zeitplan”, gab Martin Köther, Leiter Bauplanung bei Tagebaubetreiber RWE Power, am Freitag einen Überblick über den Stand des Projekts. Fünf Brückenbauwerke sind bereits fertiggestellt, fünf weitere befinden sich im Bau. Die Arbeiten an der A4-Unterführung der neuen Hambachbahn sollen bis August abgeschlossen sein, die an der Querung mit der L257 zwischen Ellen und Morschenich kurze Zeit später.

Weil die neue, rund 15 Kilometer lange Bahnlinie komplett in Tieflage gebaut wird, acht bis neun Meter unter Geländeniveau, müssen insgesamt sechs Millionen Kubikmeter Abraum bewegt werden, davon allein 2,4 Millionen per Lkw über die entstehende Trasse und separate Baustraßen in den Tagebau Hambach; der Rest in zwei Kieswerke bei Buir und Dorsfeld.

„Trotzdem ist der Zugang zum Hambacher Forst jederzeit gewährleistet”, beschreibt Köther das Konzept getrennter Wege für Bauverkehr und Bevölkerung. Öffentliche Straßen werden nicht in Anspruch genommen. Und er verweist auf die tägliche Bewässerung und Reinigung der Baustraßen, um die Staubentwicklung so gering wie möglich zu halten.

Während der Erdaushub noch bis Mitte 2011 andauern wird, sind die Betonarbeiten an einem großflächigen Vorfluter nahe des Kohlenbunkers bereits abgeschlossen. In ihm soll künftig das an der leicht ansteigenden Bahnlinie anfallende Oberflächenwasser gesammelt werden, ehe es abgepumpt wird, erklärt Axel Ritter. Und auch bei den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den neuerlichen Eingriff in die Natur liegt RWE Power auf Kurs.

Nicht nur nordöstlich des Waldgebiets Steinheide (nahe Manheim) sind bereits rund 20 Hektar Land aufgeforstet worden, auch entlang der Tagebaurandstraße (L264) bei Ellen wurden bereits die ersten Flächen angelegt. Weitere sollen im kommenden Jahr in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW, der parallel bis 2014 die A4 verlegt, folgen. „Maßnahmen, die durch die geforderte Verlegung der L264 konterkariert würden”, erklärt Martin Köther.

Bislang wurden für das Projekt Aufträge im Wert von 50 Millionen Euro vergeben, teilt RWE Power mit, davon knapp 15 Millionen an Firmen aus der Region.