Düren/Vettweiß: Haltestelle für Eltern: „Schnell rauslassen“ kann gefährlich sein

Düren/Vettweiß: Haltestelle für Eltern: „Schnell rauslassen“ kann gefährlich sein

Von 7 bis 13 Uhr gilt am Tannenweg in Vettweiß gegenüber den Lehrerparkplätzen absolutes Halteverbot. Das Schild ist zwar leicht verbogen, aber doch deutlich. Das Problem: „Viele Eltern halten sich nicht daran, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen“, sagt Markus Klein-Uebbing, der Schulleiter der Grundschule. Er ist nicht der einzige Schulleiter, der mit diesem Problem zu tun hat.

„Die Kinder sehen nicht und werden nicht gesehen“, skizziert Klein-Uebbing die Situation. Jetzt, da es morgens noch dunkel ist, verschärfe sich die Situation. In Vettweiß kämen Baustellenfahrzeuge derzeit erschwerend hinzu. „Eltern neigen heute dazu, ihre Kinder so nah wie möglich an die Schule heranzubringen“, weiß der Schulleiter. Viele Kinder, die gebracht würden, hätten aber gar keine zu weite Strecke zurückzulegen. Gesetztlich werden Grundschülern zwei Kilometer zugemutet. Wer weiter weg wohnt, darf den Bus kostenlos nutzen.

Einer vom ADAC in Auftrag gegebenen Studie der Universität Wuppertal zufolge ist der Fußweg der sicherste. Im Auto würden mehr Schulkinder verletzt, regelwidriges Anhalten und riskante Wendemanöver gefährdeten zudem die Sicherheit anderer Kinder. Der ADAC hat daher für „Elterntaxi-Haltestellen“ in 250 Metern Entfernung ausgesprochen. So eine Haltestelle gibt es neben den Lehrerparkplätzen auch in Vettweiß. „Genutzt wird sie aber kaum“, weiß der Schulleiter.

Um die Verkehrssituation für die Schüler sicherer zu gestalten, setzt die Schule nun auf Lotsen, die Kindern von 7.30 bis 7.50 über die Straße helfen. Am Mittwoch, 20. November, gibt es um 18 Uhr eine Infoveranstaltung in der Grundschule. Die Lotsen werden von der Verkehrswacht geschult und sind über die Gemeinde versichert. „Wenn wir mehr Leute haben, ist die Belastung“, betont Ordnungsamtsleiter Albert Müller.

(smb)
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