Düren: Hallen-Stadtmeisterschaft: Karabulut erlöst sein Team und die Fans

Düren: Hallen-Stadtmeisterschaft: Karabulut erlöst sein Team und die Fans

Ahmet Aksoy hat sich am Sonntagnachmittag vielleicht am meisten über den Gewinn der Dürener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball gefreut. „Das ist mein vierter Titel“, sagte der Co-Trainer der SG Türkischer SV und strahlte über das ganze Gesicht.

Der Jubel auf dem Feld und auf den Rängen kannte wenige Sekunden vor Ende des Finales kaum noch Grenzen. Denn Yunus Karabulut erlöste Mannschaft und Fans im Endspiel gegen den TuS Langerwehe mit dem dritten Treffer. Der Schiedsrichter brauchte nach dem 3:1 überhaupt nicht mehr anzupfeifen; denn Spieler, Trainer und Fans stürmten auf Karabulut zu und feierten den Titel enthusiastisch.

Die Kicker des Türkischen SV stemmten sich auch zu dritt gegen einen Gegenspieler, um die Sportfreunde Düren als Titelträger abzulösen. Foto: Franz Sistemich

Der Reihe nach: Nach Vor- und Zwischenrundenspielen standen sich in den Halbfinalpartien die Bezirksligisten TuS Langerwehe und SW Düren 96 sowie Bezirksligist Jugendsport Wenau und A-Ligist SG Türkischer SV gegenüber.

Langerwehe düpierte die Schwarz-Weißen Sekunden vor dem Abpfiff. Als die Kicker aus dem Jugendstadion beim Stand von 1:1 noch den Sieg erzwingen wollten und mit Mann und Maus nach vorne stürmten, ließen sie Langerwehes Turga Gülyaz vollkommen frei vor ihrem eigenen Tor zurück. Der TuS fing den Ball ab, spielte ihn auf Gülyaz — der bedankte sich mit dem 2:1.

Hatten die TuSler sich spät den Finaleinzug gesichert, so stellten die türkischen Kicker früh die Weichen Richtung Endspiel. Es waren noch nicht mal 60 Sekunden gespielt, als Yunus Karabulut einen Wenauer Fehler zur Führung nutzte. Nach sieben Minuten erzielte Yasin Isildat den entscheidenden zweiten Treffer.

Resech nervt die Gegner

Im kleinen Finale, das im Neun-Meter-Schießen entschieden wurde, zog Schwarz-Weiß-Keeper Tim Resech den Wenauern den Zahn: Er hielt die ersten drei Schüsse. Weil sich seine Mannschaftskameraden zielsicherer zeigten, war diese Auseinandersetzung vorzeitig entschieden. Im Gegensatz zum Endspiel des von den Veranstaltern als fair bezeichneten Turniers um den Wanderpokal der Sparkasse. Die Fußballer aus der Töpfergemeinde befanden sich zwar nach Treffern von Tulga Sahin und Yunus Karabulut nach acht Minuten scheinbar auf der Verliererstraße, doch dann stieg Sahin für ein Hallenturnier zu rustikal ein. Sein Gegenspieler musste minutenlang an der Schulter behandelt werden, er selbst kassierte die Zwei-Minuten-Strafe.

Die Überzahl nutzten die Langerweher zum Anschlusstreffer (Christoph Jesussek), drängten auf den Ausgleich. Doch Karabulut erlöste sein Team. Und Ahmet Aksoy freute sich: „Drei Mal habe ich als Spieler mit dem Vereinigten Türkischen SV und der SG Türkischen SV gewonnen, jetzt bin ich als Co-Trainer Stadtmeister geworden. Das ist toll.“

Den vierten Titel feierten die türkischen Kicker und Zuschauer nicht nur ausgelassen, viele salutierten auch mit dem Gruß türkischer Polizisten. Ahmet Akzoy: „Wir wollten damit allen Terroropfern Respekt erweisen.“

Mehr von Aachener Zeitung