Düren: Hahnemühle-Gruppe: Mit Liebe zum Detail zurück in die Erfolgsspur

Düren: Hahnemühle-Gruppe: Mit Liebe zum Detail zurück in die Erfolgsspur

Das Ziel ist klar definiert: Mit der Übernahme der Premium-Papier-Sparte im Zanders-Werk Reflex in Düren mit allen Markenrechten vom finnischen Vorbesitzer M-Real will die Hahnemühle-Gruppe zu einem der führenden Premium-Papier-Hersteller in Europa aufsteigen, mit weltweiten Absatzmärkten.

„Wir sind spezialisiert auf High-End-Produkte in Nischenmärkten, kennen den Kundenstamm, das Marketing und die Logistik”, ist Friedrich Nebel, neben Michael Siekiera Geschäftsführer der Hahnemühle FineArt und der neuen Reflex Premium Papier GmbH, vom Erfolg des Unterfangens überzeugt.

Bei M-Real sei die Premium-Papier-Sparte in einer Konzernstruktur gefangen gewesen, in der eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen kaum Beachtung gefunden habe, erklären die neuen Geschäftsführer die negative Entwicklung der vergangenen Jahre.

„Weder das Produkt noch die produzierte Menge haben jemals zu M-Real gepasst”, betont Nebel. „Wir wurden immer stiefmütterlich behandelt”, unterstreicht denn auch der Betriebsratsvorsitzende Norbert Werres mit Blick auf Investitionen in Forschung und Entwicklung, aber auch bei Vertriebsstrategien.

„Für den Erfolg im Premium-Papier-Geschäft braucht es viel Liebe zum Detail. Und die bringen wir als mittelständisches Unternehmen mit”, macht Friedrich Nebel den 103 übernommenen Zanders-Mitarbeitern, die ab 2013 am Erfolg beteiligt werden, Mut, der nicht unbegründet zu sein scheint. Denn auch das Management hat persönlich Anteile des neuen Unternehmens übernommen.

„Wir sind überzeugt, dass hochwertige Papiere vor allem bei der Generation-30-Plus eine Renaissance erleben werden”, blickt Michael Siekiera in die Zukunft, in der aber auch die Erweiterung des bestehenden Zanders-Sortiments ein wichtiger Punkt der Hahnemühle-Strategie ist.

Die Marke Zanders habe trotz der Negativschlagzeilen der Vergangenheit immer noch einen sehr guten Namen und einen überaus hohen Bekanntheitsgrad, betont der Geschäftsführer, den man mit den vorhandenen Verkaufsstrukturen der Gruppe nutzen will.

Die Künstlerpapier produzierende Hahnemühle selbst kann auf ein weltweites Vertriebsnetz auch in China und den USA zurückgreifen, die ebenfalls zur Gruppe gehörende Lana Papiers Spécieux mit Sitz in Straßburg sei stark in frankophilen Ländern vertreten.

Mit einer Jahresproduktion von 10.000 Tonnen wollen die neuen Besitzer in Düren starten. „Wir wollen den Markt ja nicht überschwemmen”, verweist Friedrich Nebel auf ein recht konservatives Geschäftsmodell, wohl wissend, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Dürener Werk voll und ganz in die Unternehmensstruktur integriert ist und angedachte Synergieeffekte beispielsweise im Einkauf oder im Bereich Entwicklung greifen werden.

Weiteres Wachstum in Düren ist indes nicht ausgeschlossen. Die Hahnemühle-Gruppe hat sich auch das Vorkaufsrecht für die auf dem Werksareal noch im M-Real-Besitz verbleibenden Freiflächen gesichert.

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