Düren: „Gurkenturnier“: 140 Boule-Spieler wetteifern im Stadtpark

Düren: „Gurkenturnier“: 140 Boule-Spieler wetteifern im Stadtpark

Fernab vom Trubel der Annakirmes und des Entenrennens auf der Rur fanden Boule-Spieler ihre Ruhe im Willy-Brandt-Park in Düren. Neben dem Plätschern des Flusses und dem Zwitschern der Vögel ertönte nur noch das helle Klingen der Stahlkugeln.

Im Stadtpark beteiligten sich am Samstag über 140 Pétanque-Spieler am 35. „Gurkenturnier“.

Sogar Boule-Spieler aus Belgien und den Niederlanden kamen, um beim Wettkampf in Düren an den Start zu gehen. Foto: Basti

Diese Sportart ist auch unter dem Namen Boule oder Boccia bekannt. Dabei spielen zwei Teams von ein bis drei Personen mit jeweils drei Stahlkugeln pro Mannschaft. Diese wirft man aus etwa fünf Metern Entfernung so nah wie möglich an eine kleine Holzkugel, das „Schweinchen“. Die Stahlkugeln, die sich am nächsten zum „Schweinchen“ befinden, geben Punkte für die Mannschaft, die sie geworfen hat.

„Le cornichon“

Ob „Schweinchen“ oder „Gürkchen“: Für Außenstehende ist kein Zusammenhang zwischen dem Dürener „Gurkenturnier“ und Boule zu erkennen. „Bei dem Ganzen handelt es sich um einen Übersetzungsfehler von vor 40 Jahren“, erinnerte sich Michael Schmitz, Vorsitzender des Vereins „Pétanque Freunde Düren“. Er war Kaufmann und kam aus beruflichen Gründen zum Sport. „Als die Gründer des Vereins aus Frankreich zurück nach Düren kamen, nannten sie die Holzkugel nicht ‚le cochonnet‘, sondern ‚le cornichon‘, also Gurke. Deshalb haben wir beschlossen, unser Turnier nach dem „Gürkchen“ und nicht nach dem „Schweinchen“ zu benennen“, erklärte Schmitz.

Neben einheimischen Turnierteilnehmern reisten auch Pétanque-Begeisterte aus anderen Ländern nach Düren. Besonders Franzosen, Belgier und Niederländer kommen gerne hierher. Eine Altersgrenze gibt es nicht. „Unsere jüngste Teilnehmerin ist zehn Jahre alt, unsere älteste 80 Jahre“, sagte Schmitz. Neben Amateurspielern waren auch Profis von der Bundesliga dabei.

Die Gewinner des Turniers erhielten ein Preisgeld. Es bildete sich aus der Startgebühr von fünf Euro, die jeder Teilnehmer zu Beginn bezahlen musste. „Anders als das Holstentorturnier, welches parallel zu unserem in Travemünde stattfindet, spielen wir nur, um miteinander zusammenzukommen und eben zu spielen“, sagte Schmitz. Deswegen wurde auf Teamtrikots und offizielle Schiedsrichter verzichtet. Der Vorsitzende versicherte, dass jeder bei diesem Turnier mitmachen könne. Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau. Auch Pétanque-Freunde, die keine Vereinsmitglieder sind, seien willkommen. Schmitz fügte noch hinzu: „Wir sind wie eine große Familie und freuen uns bei jedem Treffen auf alte und neue Gesichter.“

Das Gewinnen stand daher an diesem Tag nicht im Vordergrund. Für Michael Schmitz und die anderen Spieler war das „Gurkenturnier“ ein reines Freundschaftsspiel.

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