Gruppe "Kulturjedöns" zu Gast bei „Girbelsrath2.0 – Die Dorfwerkstatt“

Beifall in der Maarhalle : „Kulturjedöns“ in der Maarhalle

Sowas hat die Maarhalle in Gibelsrath noch nicht gesehen: erstmals tritt eine Theatergruppe in der Location auf und sorgt mit ihrem Stück für Beifall im Publikum.

Premiere in der Girbelsrather Maarhalle: Nach unzähligen Sportveranstaltungen, Karnevalssitzungen und Feiern gastierte zum ersten Mal eine Theatergruppe in der Halle. Die Veranstalter von „Girbelsrath2.0 – Die Dorfwerkstatt“ hatten die Gruppe „Kulturjedöns“ aus Rath-Heumar verpflichtet, die seit 24 Jahren regelmäßig in Köln erfolgreich Stücke aufführt.

Gemeinsam mit den Ortsvereinen organisierten die rührigen Mitglieder auch das Catering in der Pause. Auch für die Schauspieler und ihre Regisseurin Carmen-Marie Zens war es eine neue Erfahrung, mit der Komödie „Boeing Boeing“ außerhalb ihrer gewohnten Spielstätte aufzutreten.

Von Nervosität war den sechs Akteuren vor voll besetztem Saal aber überhaupt nichts anzumerken. Sie zogen das Girbelsrather Publikum vom ersten Auftritt an in ihren Bann und erhielten immer wieder Szenenbeifall. Das galt vor allem für Johanna Gründer als Dienstmädchen Berthe, das im Pariser Haushalt von Bernard (Klaus Schwahn) alle Hände voll zu tun hat, wenn der Hausherr sein Leben mit drei Geliebten nicht mehr so leicht koordinieren kann. Da ist exakte Zeitplanung entlang der Flugpläne des Trios vonnöten, denn alle drei sind Stewardessen. Französin Jacqueline (Anke Schiefer) gehört zur Air France, die US-Amerikanerin Janet (Ronya Wittkowski) zur PAA und die Schweizerin Judith (Janine Dossmann) zur Swissair.

Natürlich will es der Zufall, dass alle Damen irgendwann gleichzeitig auftauchen. Herrlich, wie Berthe die Bilder der Gespielinnen an der Wand ständig austauschen muss, je nachdem, wer gerade die Bühne betritt. Da ist es nur gut, dass auch Bernards Freund Robert (Alexander Baumeister) unverhofft zu Besuch erscheint. Er hält dem Hausherren, der wie er eigentlich aus Köln stammt, mit oft hanebüchenen Aktionen den Rücken frei. Dabei verliebt er sich in Judith, die sich am Ende auch zu ihm bekennt. Berthe, die Robert auch umschwärmt, fällt derweil von einer Ohnmacht in die andere und betont immer wieder: „Für ein anständiges Dienstmädchen ist das kein Leben in diesem Haus.“ Schließlich beginnt sie völlig entnervt am Bühnenrand leise zu singen: „Wenn ich su an ming Heimat denke. . . “. Und der Saal stimmt ein: „Ich möht zo Fooss noh Kölle jon.“

Als Janet Bernard gesteht, dass sie außer ihm noch zwei Geliebte hat, von denen einer sie nun heiraten will, ist der Weg frei für das Happy End, an dem er Jacqueline ehelicht. Am Ende gab es rauschenden Applaus für die Akteure und die Aussicht, dass dies nicht die letzte Vorführung in der Maarhalle gewesen sein dürfte.

(kel)
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