Grundschulen im Kreis Düren erarbeiten gemeinsam ein Medienkonzept

Arbeitskreis : Am Medienkonzept arbeiten die Grundschulen gemeinsam

„Jede Schule in jedem Bundesland muss ein Medienkonzept erstellen. So steht es im Strategiepapier der Kultusministerkonferenz“, erklärt Jens Neumann. Der Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Inden bezeichnet sich selbst als „Medien-Fan“, aber als er davon hörte, die pädagogische Mediennutzung in einem Konzept ausarbeiten zu müssen, war er nicht begeistert.

„Da ging bei mir die Hutschnur hoch. Wann und wie sollen wir das denn noch machen?“ Aus der ersten Entrüstung entwickelte der 41-Jährige eine Idee: Wieso sollte jede Schule ihr eigenes Süppchen kochen, fragte er sich. „Dann hätte jede Schule die gleiche Arbeit und davon ziemlich viel.“ Er holte seine Schulleiterkollegen aus dem Kreis Düren und Schulrätin Stephanie Dickmann-Monien ins Boot und nun setzen sich mehr als 40 medienaffine Lehrer der meisten Grundschulen im Kreis zusammen, um gemeinsam pädagogische Inhalte zu erarbeiten.

„Ziel ist dabei nicht, ein einziges Konzept für alle Schulen zu entwickeln.“ Das sei überhaupt nicht möglich, sagt Neumann. Zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen. Allein was das Personal, dessen Vorbildung und Motivation angeht, oder die Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software gebe es himmelweite Unterschiede. Während in manch neuen Schulen mehrere digitale Tafeln und Computerräume vorhanden seien, gebe es noch Einrichtungen mit nur zwei Computern und einem Faxgerät.

Trotzdem wollen die Lehrer einen gemeinsamen Grundstock an pädagogischen Ideen sammeln. Dabei halten sie sich an den Medienkompetenzrahmen NRW, der sechs Bereiche unterscheidet: Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren, Analysieren und Reflektieren sowie Problemlösen und Modellieren. Eine Arbeitsgruppe pro Bereich entwickelt nun passende Unterrichtsvorhaben.

Aus dieser Auswahl an Unterrichtsvorhaben kann jede Schule passende Angebote für sich auswählen, muss aber anschließend noch individuell das Medienkonzept vervollständigen. Dabei geht es laut Jens Neumann konkret um die Frage: „Wo wollen wir damit hin?“ Jede Schule müsse formulieren, welche Ausstattung sie zur Umsetzung ihrer Vorhaben braucht. „Unser Job ist es, das Konzept zu erstellen, Job des Schulträgers ist es, das Nötige zu beschaffen“, sagt Neumann und nimmt die Kommunen in die Pflicht.

Was die Medienausstattung angeht, rät er von undurchdachtem Aktionismus ab. Seine Schule sieht er mit den Computerräumen und den bestellten digitalen Tafeln gut aufgestellt. Die Anschaffung von Tablets kommt für ihn frühestens in zwei bis drei Jahren in Frage. Einerseits seien seine Kollegen noch nicht so weit, die Tablets sinnvoll für den Unterricht zu nutzen, auf der anderen Seite böten auch die Verlage noch nicht die richtigen Angebote. „Zum Beispiel gibt es zu einem Lehrbuch eine Software für den Computer, aber keine App für das Tablet.“

Der von Neumann initiierte Arbeitskreis hat schon mehrere Treffen anberaumt, aber damit noch nicht genug: Neumann ist auch noch Mitglied einer Steuergruppe, die derzeit mit Schulrätin Dickmann-Monien einen Medientag für Lehrer vorbereitet. „Da wollen wir den Bedarf abklären und herausfinden, wo der Schuh drückt“, erklärt der Langerweher. Er könnte sich beispielsweise Fortbildungen vorstellen zu Themen wie Datenschutz, Programmieren oder Internetsicherheit. Zunächst freut er sich aber auf die Didacta in Köln, die Fachmesse für Bildungswirtschaft. Neumann: „Da werde ich mich nur auf Digitalisierung stürzen.“