Grundschule Gürzenich: Seit 18 Monaten ohne Klettergerüst

Langes Warten : Gürzenicher Grundschüler wünschen sich sehnsüchtig ein neues Spielgerät

Heike Kaufer, Vertreterin der Schulpflegschaft der Städtischen Grundschule Gürzenich, spricht von einem „Trauerspiel, das auf Kosten unserer Kinder gespielt wird.“ Seit gut anderthalb Jahren werden die Gürzenicher Grundschüler nun schon im ehemaligen Hauptschulgebäude unterrichtet – und warten immer noch sehnsüchtig auf ein neues Spielgerät für den Schulhof.

„Das Spielgerät ist ausgesucht worden, der genaue Standort auf dem Schulort steht auch schon fest“; sagt Kaufer. „Trotzdem ist das Spielgerät immer noch nicht aufgebaut.“ Gerade für die Kinder der Offenen Ganztagsschule sei das besonders bitter. Kaufer: „Diese Jungen und Mädchen verbringen täglich mehr als acht Stunden in der Schule. Die brauchen dringend das Spielgerät für den Schulhof.“

Beim städtischen Tiefbauamt ist das Problem bekannt. „Wir haben sehr lange auf personelle Verstärkung gewartet“, sagt dessen stellvertretende Leiterin Anke Leimert. „Im Januar hat ein neuer Kollege seine Arbeit aufgenommen.“ Hinzu kommt aber noch ein ganz anderes Problem. Leimert: „Es gibt im Augenblick viele große Projekte in Düren, die nur ein sehr enges Zeitfenster und deswegen oberste Priorität haben.“ Als Beispiele nennt Leimert die Umgestaltung von Markt und Kaiserplatz, aber auch die Arbeiten im Theodor-Heuss-, Adenauer- und Holzbendenpark. „Wir waren optimistisch, dass wir ein vergleichsweise kleines Projekt wie das Spielgerät für den Gürzenicher Schulhof zwischendurch umsetzen können. Aber das hat sich leider nicht bewahrheitet.“

Die Realisierung der Großprojekte, erklärt die Expertin, seien an vielen Stellen so komplex, dass sie den Mitarbeitern keine Freiräume lassen würden. Der Zeitrahmen, zum Beispiel auch bei der geplanten Umgestaötung des Kaiserplatzes, sei so eng. dass die Kollegen „immer dran bleiben müssten“, ohne zwischendurch andere Dinge erledigen zu können. „Und es gab bisher eben keine Kollegen, die hätten einspringen können. Dabei liegt den Mitarbeitern die Gestaltung von Schulhöfen und Kinderspielplätzen sehr am Herzen – gerade weil sie wissen, dass die Kinder schon so lange darauf warten.“

Keine Prognose

Und deswegen liegt das Projekt „Spielgerät für den Schulhof Gürzenich“ auch ganz oben auf dem Schreibtisch der zuständigen Mitarbeiterin des Tiefbauamtes. Erste Arbeiten auf dem Schulhof sind auch bereits umgesetzt, so ist der Boden für den Bereich, auf dem das Spielgerät stehen soll, bereits für den Schallschutzbelag vorbereitet, außerdem wurde bereits eine Umrandung angebracht. Leimert: „Es müssen noch zwei Ausschreibungen erstellt werden, eine für den Fallschutzbelag und eine für das Spielgerät.“

Die stellvertretende Tiefbauamts-Leiterin wollte gestern keine Prognose wagen, wie lange es dauert, bis das Spielgerät steht. Nur so viel: „Wir wollen dieses Projekt wirklich schnellst möglich realisieren.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass es für Spielgeräte Wartezeiten von vier bis zwölf Wochen gibt, und sich häufig nur wenige Firmen an Ausschreibungen beteiligen. „Bis jetzt ist es zum Glück noch nicht so, dass wir überhaupt keine Angebote mehr bekommen“, erklärt Anke Leimert. „Aber die Zahl der Angebote sinkt deutlich. Ich kann aber versprechen, dass wir das Projekt Schulhof in Gürzenich schnellstmöglich angehen werden.“

Mehr von Aachener Zeitung