Merzenich: Grüße zum G20-Gipfel: Zweite Blockade an Hambachbahn

Merzenich : Grüße zum G20-Gipfel: Zweite Blockade an Hambachbahn

Die Hambachbahn ist am Freitagmittag an einer zweiten Stelle blockiert worden. Nachdem die Blockade mit einem dreibeinigen Holzkonstrukt gegen Mittag von der Polizei geräumt und abgebaut werden konnte, ketteten sich gegen 12.45 Uhr an einer anderen Stelle zwei Aktivisten an die Gleise der Hambachbahn.

Wie die Aachener Polizei bestätigte, arbeiten die Beamten im Moment an der Beseitigung auch dieser Blockade. Die erste Blockade war gegen 4.30 Uhr errichtet worden, seit etwa 5.30 Uhr ist die Polizei vor Ort.

Dass Teile der Aachener Polizeibeamten, besonders die der in Aachen stationierten Einsatzhundertschaft, derzeit beim G20-Gipfel in Hamburg eingesetzt ist, musste die Aachener Polizei für den Einsatz an der Hambachbahn Beamte von anderen Polizeibehörden anfordern. Trotz ihrer vorübergehenden Dezimierung stelle der Einsatz an der Hambachbahn die Aachener Polizei aber nicht vor größere Probleme, erklärte Sprecherin Petra Wienen am frühen Nachmittag auf Anfrage unserer Zeitung.

In einem im Internet veröffentlichten Schreiben erklären sich die Hambacher-Forst-Aktivisten, die die beiden Blockaden errichtet haben, mit den zum Teil gewaltsamen Demonstrationen auf dem G20-Gipfel in Hamburg solidarisch und rufen „zu mehr dezentralen Aktionen zu Großevents“ auf, weil zu diesen Zeitpunkten viele Polizisten aus ganz Deutschland an einzelnen Orten zusammengezogen würden. In Hamburg befinden sich derzeit etwa 20.000 Polizisten.

„Stellen wir uns einmal vor, nur ein Zehntel der Aktivisten, die gerade in Hamburg aufs Maul kriegen, würden stattdessen an verschiedenen Orten Ziele blockieren oder sabotieren (...) oder sie würden Supermärkte und Produktionsstätten plündern“. Um daraus den Schluss zu ziehen: „Die Verantwortlichen würden es nicht mehr wagen, zu solchen Veranstaltungen so ein Polizeiaufgebot aufzufahren.“ Die Aktivisten kündigen gegenüber RWE weitere Proteste an, „wenn es Sinn (ergibt) auch militant“.

(gego)
Mehr von Aachener Zeitung