Kreuzau: Grünen-Fraktion will eine Baumschutzsatzung

Kreuzau : Grünen-Fraktion will eine Baumschutzsatzung

„Ein Baum fällt schneller als er wächst. Wie oft haben wir beobachten müssen, dass ein Baum, der in Jahrzehnten — manchmal in Jahrhunderten — groß gewachsen ist, in zwanzig Minuten gefällt und zerlegt wurde. Wir alle kennen Fälle, in denen eine schnelle Rodung rückblickend nicht unbedingt notwendig war“, sagt die Grünen-Fraktion in der Gemeinde Kreuzau.

Sie will, dass vor allem alte einheimische Bäume in der Gemeinde künftig besser geschützt werden. Dass diese schützenswert sind, steht für die Grünen außer Frage. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Lärmschutz sowie als Lebensraum für unzählige Arten von Tieren. Der Wert von Feldhecken, aber auch eines jeden einzelnen Baumes als ökologische Nische ist anerkannt“, begründen die Grünen ihren Antrag. Darüber hinaus würden gut verwurzelte Bäume und Hecken beispielsweise Erosionsschäden nach starken Regenfällen vorbeugen.

Interessen abwägen

„Die von uns vorgeschlagene Baumschutzsatzung führt mit ihrer Signalwirkung zu einer Abwägung zwischen den möglichen Interessen von Grundstückseigentümern und den öffentlichen ökologischen Interessen“, glaubt die Grünen-Fraktion. Eine solche Abwägung sei für Bürger in den Bereichen des Wasserrechts, des Immissionsschutzes und des Bauordnungsrechtes bereits selbstverständlich. Die Umweltpolitiker gehen daher davon aus, dass die Bürger auch eine Baumschutzsatzung akzeptieren würden. Allerdings hat es in vielen kleineren Gemeinden bereits sehr kontroverse Debatten über Baumschutzsatzungen gegeben.

Denn in der vorgeschlagenen Satzung steht zum Beispiel, dass geschützte Bäume oder Feldhecken nicht entfernt werden dürfen. Außerdem darf ihr charakteristisches Aussehen nicht wesentlich verändert oder das Wachstum beeinträchtigt werden.

Die Grünen halten den Schutz der Bäume auch für den Schutz der regionalen Kultur und Identität. Dabei denken sie zum Beispiel an die Baumbepflanzung in Untermaubach in den Gärten entlang der Rurstraße. Die Bäume seien über Generationen gewachsen und gleichzeitig würden sie touristische Attraktionen wie die Rur und die Hochkoppel in Wert setzen.

Der Entwurf der Satzung kann auf www.kreuzau.de im Sitzungsdienst abgerufen werden. Er wird am Montag, 4. Juni, 19 Uhr erstmals im Sitzungssaal des Rathauses diskutiert.

(smb)
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