Vossenack: „Graceland“ spielt Songs von Simon & Garfunkel

Vossenack: „Graceland“ spielt Songs von Simon & Garfunkel

Bruder Wolfgang, Chef des Franziskanerklosters in Vossenack, gestand bei der Begrüßung in der Klosterkirche: „Ich hätte mir eher ein Kuschelkonzert im Kloster-Kultur-Keller gewünscht. Nun sind wir doch in der Kirche gelandet.“ Die Nachfrage nach Karten für das „Simon & Garfunkel Tribute-Konzert“ mit dem Duo „Graceland“ machte das Kuscheln im Keller zunichte.

Doch die Kirche bot einen mindestens ebenso würdigen Rahmen, um den Liedern von Simon & Garfunkel gerecht zu werden.

Thomas Wacker alias Paul Simon und sein Kollege Thorsten Gary alias Art Garfunkel zelebrierten ihr Konzert in der Kirche gekonnt unspektakulär. Die Gäste saßen im dämmrigen Kirchenraum, sie selbst nebeneinander auf Hockern vor dem Altar, um sie herum flackerten Kerzen, beruhigend und lebendig, während ein weiches Scheinwerferlicht sie von ihrer Umgebung abhob.

Und dann — eine tolle Leistung — durchdringt die Musik von Simon & Garfunkel, die ihre großen Hits in den Sechziger- und Siebziger-Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit landeten, den Raum des Franziskanerklosters im Hürtgenwald. Die Stimmen und die Gitarrenklänge beider Musiker kommen den Originalen recht nahe, ohne zur gekünstelten Imitation zu werden.

Die Gäste in den Kirchenbänken erkannten die Kompositionen von Simon & Garfunkel, summten sie bald mit, klatschten mit freudiger Begeisterung, um dann schließlich einige Refrains mitzusingen. Natürlich nach launiger Aufforderung der beiden Gitarristen, wobei sie das Publikum mit einem „Gesangswettbewerb“ zwischen Männern und Frauen sehr schnell in das harmonische Geschehen einbanden, eine Art fröhliches Mitsing-Konzert.

In der Klosterkirche breitete sich Wohlbehagen aus. „The only living boy in New York“, „A heart in New York“, im Flieger oft abgespielt beim Landeanflug auf die Weltmetropole, „Wake up, little Susie“, oder „Sound of Silence“, „Mrs. Robinson“ und „Bridge over Troubled Water“.

Einer der Höhepunkte war der Song „Here comes the sun“ von George Harrison, der mit Simon & Garfunkel befreundet war. Ein klasse Konzert, das allen Erwartungen gerecht wurde.

(bel)