Gottesdienst zur Entwidmung: Abschied von St. Lambertus Morschenich

Gottesdienst zur Entwidmung : Abschied von St. Lambertus Morschenich

Die Kirche St. Lambertus in Morschenich wird am Samstag, 15. Juni, um 18 Uhr profaniert (entwidmet).

Im letzten Gottesdienst wird eine von Bischof Dr. Helmut Dieser unterschriebene Urkunde verlesen, wonach die Kirche in Morschenich nicht mehr in sakralem Gebrauch steht, also nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt werden kann. Der Bischof folgt damit der Bitte des Kirchenvorstandes, der den Antrag auf Entwidmung gestellt hatte.

„Für die Gemeinde, die ihren vertrauten Ort der Gottesdienste verlassen muss, die durch die Umsiedlung ihre Heimat verloren hat, bedeutet ein solcher Abschied einen tiefgreifenden Einschnitt in ihrem Leben“, sagt Pfarrer Andreas Galbierz, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Merzenich-Niederzier.

Bereits jetzt hat schon der größte Teil der Gemeindemitglieder Morschenich verlassen (mehr als 90 Prozent). Nur zu den Gottesdiensten trifft sich die Gemeinde bisher noch in St. Lambertus. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der neuen Kapelle in Morschenich-Neu begonnen werden. „Wir als Kirche folgen damit den Menschen, gehen dorthin wo die neue Gemeinde ist“, betont Pfarrer Galbierz. Bis die Kapelle fertiggestellt ist, wird die Gemeinde nach der Entwidmung ihre Gottesdienste in der Pfarrkirche St. Laurentius in Merzenich feiern.

Für viele von der Umsiedlung betroffene Menschen ist die Kirche das letzte bauliche Symbol des alten Ortes. „Für die Menschen wird der Gottesdienst zur Entwidmung deshalb sehr emotional, fast wie eine Art Trauerfeier“, sagt Pfarrer Galbierz. Während der Heiligen Messe wird der Geschichte der Kirche und der Kirchengemeinde gedacht: Es wird erinnert an schöne Ereignisse wie Hochzeiten, Taufen oder Kinderkommunion. Außerdem wird die Zukunft der Gemeinde thematisiert.

„In diesem Sinne ist die Kirche ein über Jahrzehnte, teilweise über Jahrhunderte ein Raum, der seine Spuren im öffentlichen Gedächtnis des Dorfes hinterlassen hat. Diese Erinnerungen bleiben und werden von den Menschen mit in ihre neue Heimat genommen“, so Pfarrer Andreas Galbierz, für den am Tag der Entwidmung ganz der Abschied der Morschenicher Gemeinde im Mittelpunkt steht. „Diesen wollen wir in aller Würde begehen“, betont er. Um sicherzustellen, dass alle Gemeindemitglieder am Gottesdienst teilnehmen können, erhalten sie ab sofort im Pfarrbüro personalisierte Zugangskarten.

Pfarrer Andreas Galbierz wird dem Gottesdienst leiten. Die Urkunde zur Entwidmung wird Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter Pastoral/Schule/Bildug des Bistums Aachen, verlesen. Er wird auch das Ewige Licht löschen.

Außerdem feiern mit: der ehemalige Pfarrer von Morschenich Heinz-Dieter Hamachers und Pfarrer i.R. Helmut Macherey. Eine Prozession bildet den Schluss des Gottesdienstes: Die Gemeinde zieht aus der Kirche aus, Pfarrer Andreas Galbierz überführt das Allerheiligste in die Pfarrkirche St. Laurentius Merzenich. Für den Übergang werden dort außerdem die Muttergottes-Skulptur, liturgische Gegenstände sowie das Tabernakel aufbewahrt. Diese integriert die Gemeinde nach Fertigstellung in die Kapelle in Morschenich-Neu.

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