Düren/Rio de Janeiro: Goldene Bescherung für Dürener Geburtstagskind im Maracanã

Düren/Rio de Janeiro: Goldene Bescherung für Dürener Geburtstagskind im Maracanã

Viele Tore und einen Sieg der Deutschen Elf im Estádio do Maracanã hatte sich der Merzenicher Frank Vaaßen zu seinem Geburtstag am Finaltag gewünscht. Viele Tore gab es nicht, dafür ein spannendes Spiel und das entscheidende Tor von Mario Götze in der Verlängerung.

Für den Merzenicher, der die gesamte WM in Brasilien verbracht hat, ist damit ein Traum wahr geworden. Aber er war nicht der einzige Vertreter des Dürener Raums, der die Partie im legendären brasilianischen Stadion, verfolgt hat. Auf den Rängen standen auch Christoph Rühlmann aus Wollersheim, der Dürener Rüdiger Knodel und ein weiterer Kumpel. Ihre „Düren-Fahne“ mit „Rio“-Schriftzug in der Mitte und einem kleinen Zusatz „Wollersheim“ war bei der Übertragung auf dem Bildschirm neben Matthias Opdenhövel gut zu sehen.

„Wir sind viele Tode gestorben“, beschreibt Christoph Rühlmann seine Gefühle im Stadion. Bei den Chancen der Argentinier in der ersten Halbzeit war auch bei den Fans Nervenstärke gefragt. „Manche haben es gar nicht ausgehalten und sind zwischendurch mal vor die Tür gegangen“, sagt der Wollersheimer lachend. Seit dem Achtelfinale verfolgen er und seine Kumpels die Spiele der Deutschen Elf live in den brasilianischen Stadien. Für alle ein unvergesslicher Abend. „So etwas erlebt man nur einmal im Leben“, beschreibt der Wollersheimer, der sich glücklich schätzt, Tickets für die Spiele und die passenden Flüge bekommen zu haben. „Diese Reise hat unter einem guten Stern gestanden“, sagt er im Telefonat mit der DZ-Redaktion.

„Selbst wenn man schon in vielen Stadien war: Das Maracanã ist einfach etwas Besonderes, von der Architektur her und von der Stimmung“, beschreibt Christoph Rühlmann. Aber nicht nur im Stadion, sondern auch in der Stadt bestimmte das Finale das Bild. „Rio war voller Argentinier“, beschreibt Rühlmann. Rund Zweihunderttausend seien teils in klapprigen Autos nach Rio gekommen, um die „Albiceleste“ im Stadion und an der Copacabana anzufeuern. „Die haben unglaublich viele Hymnen, die sie zum Anfeuern singen. Dagegen sind die deutschen Fans doch ein wenig einfallslos“, beschreibt er. Feiern durften am Ende eines packenden Finales aber die Fans der deutschen Elf.

Vor allem die Begegnungen mit anderen Menschen haben dem Anwalt gut gefallen. Den „weinenden brasilianischen Opa“, dessen Bild um die Welt ging, haben die drei Fußballfans sogar noch an der Copacabana getroffen. Wie die Brasilianer seien auch die Argentinier faire Verlierer gewesen. Die Stimmung sei auch nach dem Spiel friedlich gewesen. Bis in die späte Nacht (oder war es der frühe Morgen?) feierten die Fans an der Copacabana. Christoph Rühlmann hat den Sieg zwar erst im Stadion gefeiert, ihn dann aber doch stiller genossen, war er doch schon leicht angeschlagen ins Stadion gegangen.

Gefeiert haben auch die Daheimgebliebenen im Dürener Land. Selbst durch die kleinsten Dörfer fuhren hupende Autokorsos, in Düren waren die Straßen zeitweise dicht. Mancherorts gab es sogar kleine Feuerwerke, die Vuvuzelas waren wieder aus den Schränken gekramt worden. Beim Public Viewing auf dem Kaiserplatz wollten eigentlich mehr als 1000 Fans die Partie verfolgen, doch den Sieg feierten dort nicht mehr ganz so viele Menschen, hatten die heftigen Schauern viele Fußballbegeisterte doch wieder vor den heimischen Fernseher oder zu anderen überdachten Veranstaltungen getrieben.