"Gloria": Kirchenchor Nideggen gibt Konzert in St. Johannes Baptist

Konzert : Jede Menge Gänsehautmomente

Langanhaltende, stehende Ovationen und zwei Zugaben: Das Konzert „Gloria“ des Nideggener Kirchenchors verzauberte ein großes Publikum in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

Kerstin Kreitz, die den Chor seit 25 Jahren leitet, präsentierte zusammen mit einem Ensemble aus Instrumentalisten klassisch-christliche Kompositionen aus vergangenen Zeiten.

Hätte es am Sonntag für die Pfarrkirche in Nideggen Tickets gegeben, wären diese im Anbetracht der Gästezahl wohl ausverkauft gewesen. Wer keinen Platz auf den voll besetzten Kirchenbänken fand, setzte sich auf einen der extra hinzugestellten Stühle oder nahm mit einem Stehplatz vorlieb. Sie alle waren gekommen, um einen Musikabend der Extraklasse zu erleben und Kerstin Kreitz zu ihrem 25-jährigen Jubiläum als Leiterin des Kirchenchors zu gratulieren.

Höhepunkt des Konzerts war zweifelsfrei das namensgebende „Gloria“ von Antonio Vivaldi. Es gilt als bedeutendstes kirchenmusikalisches Werk des venezianischen Komponisten. Vivaldis jungen Jahren, in denen er sein großes Talent als Violinist entdeckte, folgte eine Ausbildung als Priester und eine Lehreranstellung in einem Mädchenwaisenhaus. Dort begann sein Wirken als Komponist von zahlreichen Orchesterkompositionen, Solokonzerten und eben christlichen Werken.

Die zwölf Einzelstücke, angefangen mit „Gloria in excelsis“, wurden am Sonntag von den Nideggener Chorsängerinnen und -sängern sowie den Instrumentalisten unter der Leitung von Kerstin Kreitz geradezu meisterhaft umgesetzt. Je nach Satz änderten sich Besetzung, Taktart und Charakter der Musik. Feierlich-ergreifende Passagen wechselten sich mit eher ruhigen Momenten und schwungvollen Abschnitten ab. Mit klaren und kräftigen Stimmen konnten nicht nur die beiden Solistinnen Brigitte Zeller (Sopran) und Ricarda Hilber (Alt), sondern der gesamte Kirchenchor überzeugen. Die begleitenden Streicher wurden ergänzt von Orgel, Blockflöte und Cembalo, in einigen Stücken traten noch Oboe und Trompete hinzu. Die Stimmgewalt verband sich mit den virtuosen Instrumentalisten zu einem umfassenden Klangbild, welches für Gänsehautmomente sorgte und Innehalten ließ.

Anschließend gaben die Musiker ohne Chorbegleitung zwei Stücke zum Besten. Beim „Cembalokonzert VI“ von Johann Sebastian Bach und Mozarts „Laudate Dominum“ gab Kerstin Kreitz den Dirigentenstab ab und stelle ihre Qualitäten an der Blockflöte unter Beweis.

Dem Abschlussstück „Dank sei dir Herr“ von Georg Friedrich Händel schlossen sich zwei Zugaben sowie stehende Ovationen vonseiten der Gäste an.

„Schon als Kind war ich beseelt von der Kirchenmusik“, erinnerte sich Kerstin Kreitz am Ende des Konzerts. Ihre Chorkollegen und Pfarrer Kurt-Josef Wecker gratulierten ihr zum 25-jährigen Jubiläum. In Kindertagen habe sie mit der Blockflöte die Liebe zur Musik entdeckt. Später kamen Klavier, Orgel und ein Studium der Kirchenmusik in Aachen hinzu. „Es ist die schöne Musik, die meine Seele berührt, ein Ausdruck des Glaubens und tolle Menschen wie meine Chorfamilie, die mich antreiben.“

(nie)
Mehr von Aachener Zeitung