Gürzenich: GFC: Zwangsabstieg in die Landesliga

Gürzenich: GFC: Zwangsabstieg in die Landesliga

Die Hoffnung auf eine Rettung des GFC Düren 09 in letzter Minute ist geplatzt. Das jahrelange Aushängeschild des Dürener Fußballs ist finanziell am Ende.

„Alle Versuche, eine Einigung mit den Gläubigern zu erreichen, sind gescheitert. Am Donnerstag wird das Insolvenzverfahren eröffnet”, teilte GFC-Präsident Henner Schmidt am Dienstag nach Rücksprache mit Insolvenzverwalter Helmut Irmen mit, verbunden mit dem Zwangsabstieg der ersten Mannschaft aus der Mittelrheinliga.

Weder Ex-Präsident Roland Mader noch das Finanzamt waren bereit, in einem Maße auf ihre Forderungen zu verzichten, das eine Lösung ermöglicht hätte, erklärte Schmidt auf Nachfrage. Schlimmer noch: Das Finanzamt fordert nach Auskunft des Präsidenten nun auch Schenkungssteuer für die Darlehen, die Mader dem Verein bereits erlassen hat oder eventuell noch erlassen will. Schmidt spricht von Forderungen des Finanzamtes in einer Größenordnung von mehreren hunderttausend Euro.

Ziel des Vereins ist es jetzt, in einem geordneten Verfahren einen Insolvenzplan zu Stande zu bringen, in der Hoffnung, dass die Gläubiger doch noch auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Sollte das nicht gelingen, müsste der Traditionsverein im 101. Jahr seines Bestehens aufgelöst und unter anderem Namen neugegründet werden. Für diesen Fall habe der Verband dem GFC bereits eine Sonderregelung avisiert, berichtete Schmidt, die dem Verein einen Neubeginn in der Kreisliga A ermöglichen würde. Normalerweise würde eine Neugründung automatisch Kreisliga C bedeuten.

GFC-Trainer Peter Kosprd reagierte tief enttäuscht auf die Nachricht: „Die Mannschaft und ich haben in den letzten Wochen unheimlich viel investiert, damit wir sportlich den Klassenerhalt schaffen und wir waren zuletzt auf einem guten Weg. Das ist jetzt alles für die Katz gewesen.” Denn mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens steht der GFC 09 nach Artikel 6 der DFB-Spielordnung als erster Absteiger in die Landesliga fest. Alle bisherigen Spiele werden annulliert, die noch ausstehenden zu Freundschaftsspielen ohne Wertung degradiert. Damit stürzt der GFC auch die Arnoldsweiler Viktoria noch tiefer in den Abstiegsstrudel. Denn auch der Viktoria werden nun die vier gegen den GFC gewonnenen Punkte abgezogen. Der Aufsteiger hat nun bereits sieben Punkte Rückstand auf Viktoria Köln und damit das rettende Ufer. „Das ist natürlich eine Menge Holz und macht unsere Ausgangsposition nicht einfacher”, erklärte Viktoria-Coach Bernd Lennartz, der mit dem GFC vor Jahren den Oberliga-Aufstieg schaffte. „Es ist schon traurig, wenn man jetzt von Außen miterleben muss, wie der Verein den Bach heruntergeht.”

Ungeachtet der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und des Zwangsabstiegs will die Mannschaft, die Dienstagabend vom Vorstand informiert wird, die Saison zu Ende spielen, sprach Peter Kosprd vorab von einer Charakterfrage. Sollte es für den GFC in der Landesliga weitergehen, will er Trainer bleiben und nach Möglichkeit mit einem Großteil des bisherigen Kaders den direkten Wiederaufstieg ins Auge fassen.

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