Düren: Gewaltige Klangwolken, aber auch feine Klangnuancen

Düren: Gewaltige Klangwolken, aber auch feine Klangnuancen

Spielerische Leichtigkeit verband sich mit rhythmisch einnehmenden Spiel, innigen Zwiesprachen und Wechselspielen. Der Auftritt des Kölner Streichsextetts auf der Hauptburg von Schloss Burgau wurde zu einem Klangerlebnis, das Publikum konnte kammermusikalisches Musizieren im besten Sinne genießen: voller atmosphärischer Dichte und Transparenz.

Ein Abend nahm seinen Lauf, der überwiegend zum intensiven Hörerlebnis wurde mit Musikern, die eine meisterhafte Klangdisziplin entfalteten. Homogen, hochpräzise, virtuos und brillant auf ihren Instrumenten, präsentierten sie Kammermusik abseits des Mainstreams, gestalteten einen spannenden Konzertabend, der zu einer Entdeckungsreise von wenig bekannten Kompositionen für Sextette wurde.

Eine Bandbreite von der fast mediativen Musik von Richard Strauss bis zu der exzessiven, beinahe die Grenzen der Tonalität sprengenden Komposition von Erich Maria Korngold oder dem sprühend, feurigen Werk von Antonin Dvorak, der in seinem Sextett Elemente tschechischer Volksmusik verwendete mit einem turbulent tänzerischen Ergebnis.

Es gab gewaltige Klangwolken, feine Klangnuancen und bunte musikalische Farbpaletten: für die Zuschauer war es ein bemerkenswerter Abend mit einem hinreißenden Kölner Streichsextett, das voller Engagement und mit hoher Qualität spielte, obwohl nur wenige Zuhörer und Zuhörerinnen zur Hauptburg nach Niederau gekommen waren.

Die Zuhörer bekamen aber manchmal in dem halligen Raum Einiges auf die Ohren, wenn die Musiker und Musikerinnen sich in furioses Spiel steigerten. Und die Menschen fragten sich zu Recht, ob nicht die Stadtverwaltung etwas zur Verbesserung der Akustik beitragen könne. Ein paar Stoffbahnen könnten da schon dämpfend wirken.

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