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Düren: Gesucht werden noch die jüngeren Mitbewohner

Düren : Gesucht werden noch die jüngeren Mitbewohner

Manchmal beginnt die Zukunft doch nicht mit einem Paukenschlag, sondern still und leise. So dezent setzt sich in Düren der Lauf der Geschichte in Gang.

Zumindest, wenn es um ein ganz spezielles Projekt geht: „Leben im Prympark” heißt es und wurde vor zwei Jahren von der Evangelischen Gemeinde angestoßen.

Mittlerweile hat sich ein „harter Kern” von zwölf Frauen und Männern gefunden, der sich die Rechtsform eines eingetragenen Vereins gegeben hat und nun die Planungen entschlossen in eine konkretere Phase vorantreiben will.

Die zukunftsweisende Idee der Prympark-Initiatoren handelt zuerst einmal davon, so genanntes Mehrgenerationen-Wohnen Wirklichkeit werden zu lassen, Alte und Junge zusammen zu führen, Gemeinschaft zu stiften und doch Freiräume für ein individuell gelebtes Leben zu schaffen. Und zwar auf dem im Besitz der Evangelischen Gemeinde befindlichen, rund drei Hektar großen Grundstück in zentrumsnaher Lage, das unter anderem von Süd- und Zülpicher Straße umschlossen wird. Doch nicht nur darum geht es.

Denn im Prympark wird nicht ein auf Mehrung seiner Einkünfte sinnender Bauherr Kunden ein Konzept und fertige Bauten vorsetzen. Hier sollen die, die später hier leben wollen, ihrer Vision vom Wohnen im Dialog mit Architekten und anderen Fachleuten selbst Gestalt geben.

Zwei von jenem Dutzend Menschen, die sich schon definitiv für diese etwas andere Art von Wohnen entschieden haben und engagieren, sind Doris Peschel und Joachim Langner. Nachdem sie 2007 der Gründungsaufruf der Kirchengemeinde erreicht hat, waren sie relativ rasch begeistert und haben sich im Prympark-Verein eingesetzt. Dass sich Menschen aus verschiedenen Generationen im Miteinander bereichern, durch Erfahrungsschatz und Vitalität vom Anderen profitieren und so der Vereinzelung entgegen wirken: Das hat die Öffentlichkeitsarbeiterin und den Ersten Vorsitzenden für dieses Anliegen begeistert. Und wenn sie von „ihrem” Prympark sprechen, merkt der Gesprächspartner bald: Die Chance, der abstrakten Größe „Gesellschaft” im eigenen Leben konkret Form zu geben, könnte noch manchen anderen Menschen aus der Reserve locken.

Vieles ist schon konkret - zum Beispiel, dass die Initiatoren auf ökologisches Bauen setzen und bei der Planung darauf achten wollen, dass es neben individuellen Wohn- auch Gemeinschaftsräume gibt. Vieles soll aber noch konkret werden - sehr bald. Darum lädt der Verein immer wieder, in der Regel an jedem zweiten Mittwoch im Monat, zum Werkstattgespräch (am Mittwoch im Clubheim der Tennis-Gesellschaft Rot-Weiß, Düren, An der Kuhbrücke 18) ein, bei dem konkrete Ideen formuliert werden sollen.

Denn eines weiß Vorsitzender Joachim Langner ganz genau: „Im Moment sind wir hauptsächlich unter uns Senioren. Jüngere suchen wir noch. Aber die entscheiden sich erst, wenns fassbar wird.”