Gestaltungssatzung für Gemeinde Hürtgenwald

Sitzung des Bauausschusses: Ein gestalterischer Blick auf den Hürtgenwald

Wie könnte eine differenzierte Gestaltungssatzung für die Ortsteile der Gemeinde Hürtgenwald aussehen? Diese Frage stellte sich spätestens seit der Bauausschuss Mitte März beschlossen hatte, die Gestaltungssatzungen in den einzelnen Ortsteilen zu überarbeiten.

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses konnten erste Antworten auf diese Frage präsentiert werden. Zu Gast waren Rolf Westerheide, Professor am Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen an der RWTH Aachen, sowie Architekt und Stadtplaner Uli Wildschütz vom Büro RaumPlan aus Aachen.

Differenzierte Betrachtung

„Ich spüre immer deutlicher, dass Dörfer und Gemeinden versuchen, sich mehr auf sich zurückzubesinnen, und sich fragen: Was macht uns aus? Wie können wir dieses Gesicht nach außen zeigen? Das gilt es mit einem Gutachten herauszufinden“, schilderte Rolf Westerheide.

Er und sein Kollege machten eingangs deutlich, dass sie – falls die Gemeinde ihnen den Auftrag dazu erteilen sollte – keinen pauschalen Plan entwickeln werden, den man allen Ortsteilen überstülpen kann. Vielmehr sei eine differenzierte Betrachtung notwendig, um den einzelnen Ortsteilen, deren Größe, Lage und Besonderheiten gerecht zu werden.

Untersucht werden könnten zum Beispiel zehn der 13 Ortsteile (ausgenommen wegen ihrer geringen Größe Schafberg, Simonskall und Raffelsbrand). Sie sollen kartografisch aufgenommen und räumlich analysiert werden. Den Experten ist wichtig, die jeweilige Charakteristik der Orte herauszuarbeiten.

„Dörfer sind sehr eigene Individuen“, sagte Professor Rolf Westerheide. Gey habe beispielsweise eine sehr kompakte Dorfstruktur, sei eher der Typ „Rundling“, während Vossenack eher an einen Knick erinnere, sodass dort ganz andere Entwicklungsthematiken zu berücksichtigen seien. „Die unterschiedlichen Strukturen brauchen individuelle Antworten“, meinte Wildschütz.

Bei dieser Analyse zähle sowohl der Blick von außen, als auch der von innen: Wildschütz betonte, er plane Expertengespräche mit „Schlüsselpersonen“ vor Ort, beispielsweise mit Ortsvorstehern. Nach einer Bewertung folge dann eine so genannte Zonierung in Kern- und Randbereiche.

Die daraus entwickelten Empfehlungen wollen Wildschütz und Westerheide dann zurück an die Bevölkerung spielen und zum Beispiel bei Informationsveranstaltungen Rückmeldungen einholen. Westerheide: „Wir machen einen Vorschlag und diskutieren dann mit ihnen.“ Am Ende des Prozesses seien mehrere Instrumente denkbar: Satzungen, eine Gestaltungsfibel, gegebenenfalls eine Änderung der Bebauungspläne. „Sie entscheiden, was umgesetzt wird“, sagte Wildschütz.

Preis und Umfang unklar

Um den Ausschussmitgliedern eine genauere Vorstellung zu vermitteln, ging Westerheide beispielhaft auf die Gemeinde Roetgen ein, für die derzeit ein solches Gestaltgutachen erstellt wird. Er erläuterte das Zusammenspiel von Bebauung und Landschaft sowie den regionstypischen Ausdruck von Gebäuden.

Auf Nachfrage der Zuhörer ergänzten die Aachener, dass etwa sechs bis acht Wochen für eine Schnellanalyse eingeplant werden müssten. Preislich wollten und konnten sie keine Auskünfte geben, weil dafür Umfang und Tiefe des Gutachtens festgelegt sein müsste. Um dies zu beraten, wollen die Politiker die kommenden Haushaltsberatung nutzen.

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