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Düren: Geschichtsverein auf den Spuren der frommen Cellitinnen

Düren : Geschichtsverein auf den Spuren der frommen Cellitinnen

In der Reihe „Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes” hat der Dürener Geschichtsverein einen neuen Band herausgegeben, der vom ersten Vorsitzenden Dr. Peter Staatz jetzt in den Räumen des Stadt- und Kreisarchivs vorgestellt wurde.

Der Kölner Autor Dr. Hans Otto Brans hatte sich auf eine zweijährige historische Spurensuche begeben und den Orden der Cellitinnen zur hl. Gertrud in Düren in den Mittelpunkt seines Werkes gestellt. Abgerundet wird das Buch durch einen Beitrag aus der Feder von Dr. Hans J. Domsta, langjähriger Dürener Stadt- und Kreisarchivar und erster Vorsitzender des Dürener Geschichtsvereins, über das liturgische Gerät des Marienklosters in Niederau, das bis heute das Zentrum des Ordens geblieben ist.

Mit großer Hingabe

In den Wortschatz der heutigen Zeit übertragen, könnte man die Arbeit der Cellitinnen als „ambulanten Pflegedienst” bezeichnen, sagte der Autor bei der Buchvorstellung. Seit fast 500 Jahren ist in Düren - 1521 vom Magistrat bei einer Seuche berufen - die Genossenschaft der Cellitinnen zur hl. Gertrud ansässig, der einzige katholische Frauenorden, der sich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der ambulanten Krankenpflege widmete. Zahlreiche Zeugnisse belegen den großen Einsatzwillen und Hingabe bei ihrer Pflegetätigkeit. Sie pflegten sogar die Pestkranken, denen im 17. Jahrhundert auch ihre Kirche St. Gertrud als einzige in Düren offen stand. Bei dieser Kirche an der Pletzergasse lag das Kloster der Schwestern, in dem anfangs vier und bis 1870 nie mehr als 16 Nonnen lebten.

Ende des 19. Jahrhunderts begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Ordens. Den Anforderungen der Zeit entsprechend übernahmen die Cellitinnen zusätzliche Aufgaben in Krankenhäusern, Altenheimen, Kindergärten und Handarbeitsschulen. Bis 1940 entstand so ein eigener Klosterverbund mit rund 240 Ordensschwestern in fast 30 Zweigniederlassungen.

Hatte zunächst das Stammkloster an der Pletzergasse die Aufgaben eines Mutterhauses, so fielen diese später dem Marienkloster in Niederau zu. Die Gebäude in der Stadtmitte wurden beim Bombenangriff am 16. November 1944 völlig zerstört. Auch mussten in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Filialen geschlossen werden. Das Zentrum in Niederau blieb bestehen. 2009 lebten noch elf Cellitinnen im Marienkloster.

Das Buch von Hans Otto Bruns „Der Orden der Cellitinnen zur hl. Gertrud in Düren 1521 - 2009” ist zum Preis von 24 Euro im Stadt- und Kreisarchiv, Haus der Stadt, in Buchhandlungen und beim Dürener Geschichtsverein, Postfach 1133, 52368 Kreuzau erhältlich. Möglich wurde die Herausgabe durch die Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland und des Bistums Aachen.