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Düren: „Gertrud” kann mit Spott leben

Düren : „Gertrud” kann mit Spott leben

Es ist ein Ritual. „Gertrud, Gertrud”, rufen die Moskitos, Evivo Dürens lautstarke „Hardcore-Fans”. Sie meinen aber kein Mädel, sondern Norbert Kunstek.

Genauer gesagt: Sie spielen auf seine eigenwillige Lockenpracht an. Kunstek spielte auch einmal in Düren, inzwischen aber beim TSV Unterhaching, Dürens Gegner am Samstag.

Der Spott ist nicht bösartig, sondern nett gemeint. Und so empfindet das auch Kunstek. „Es ist ein Spaß. Ich habe damit kein Problem.”

Am Samstagabend aber blieben den Moskitos die „Gertrud-Rufe” immer häufiger im Hals stecken.

Denn Kunstek unterliefen zwar ein paar Fehler - unter anderem im Tiebreak ein Übertreten der Grundlinie beim Aufschlag - aber: Kunstek war am Ende sogar der Garant für Hachings Matchball zum 3:2 (Spielbericht siehe Sportseite 6). Er blockte Heriberto Quero. Und freute sich.

„Für Düren wäre der Sieg wichtig gewesen, aber für uns ist er noch viel wichtiger.” Denn mit dem 3:2 ist Haching wieder im Rennen um die Meisterrunde. „Das Niveau war aber schlecht”, so Kunstek, „viel Kampf, aber noch mehr Krampf.” „Gertrud” sprach´s und ging ein Bier trinken, mit den Moskitos.

Hachings Trainer Mihai Paduretu sah sich und seinen Gegenüber Bernd Werscheck „um zehn Jahre gealtert”. Viele Fehler seien auf beiden Seiten gemacht worden.

Zufrieden war Paduretu mit seinen Neuzugängen, Aldermann und Pyrhönen, die zum ersten Mal gezeigt hätten, „was sie draufhaben”. „Leider gegen uns”, wird Bernd Werscheck gedacht haben.

Er klagte über eine schwache Annahme, sein Team habe zeitweise die Nerven verloren. Hastig hatten sich Werscheck und die meisten Spieler nach einer kurzen Verabschiedung von den Fans in den Umkleidetrakt verzogen.

Kein Wort fiel. Die Blicke gingen ins Leere. Jedem war da schon bewusst: Im Neuen Jahr, wenn es in der Liga weitergeht, muss gegen Wuppertal und Mendig gewonnen werden, sonst ist die Meisterrunde akut gefährdet.