Landwirtschaft im Hitzesommer: Gerste-Ernte im Kreis Düren trotz Trockenheit „ganz gut“

Landwirtschaft im Hitzesommer : Gerste-Ernte im Kreis Düren trotz Trockenheit „ganz gut“

Erich Gussen ist auf dem Sprung. Auf den Vorsitzenden der Kreisbauernschaft wartet der Mähdrescher. Die Gerste ist reif und muss gedroschen werden, früher als normal, aber immerhin ein wenig später als im Hitzesommer 2018.

Und die Arbeit sollte sich lohnen. Zumindest bei der Gerste erwartet Gussen im Kreis Düren eine „normale bis ganz gute Ernte“, je nach Beschaffenheit der Böden.

Für das im Spätherbst eingesäte Getreide hat es in den Wintermonaten, aber auch im April und Mai ausreichend geregnet. „Der Niederschlag hat zwar nicht ausgereicht, um das Defizit aus dem vergangenen Jahr auszugleichen und auch tiefere Bodenschichten zu erreichen, für das flach wurzelnde Getreide aber hat es gereicht, erklärt der Experte.

Beim Weizen, weiter die wichtigste Getreideart, sieht es ähnlich aus. Allerdings bereiten die im Jahreskalender recht frühen Hitzetage der vergangenen beiden Wochen dem Kreislandwirt Sorgen. „Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad stellt der Weizen das Wachstum ein“, erklärt Gussen. „Die Kornfüllung hört auf, die Pflanze geht in den Reifezustand über, was sich negativ auf den Ertrag auswirkt.“ Der Experte spricht von Notreife, die in einigen Beständen schon zu sehen ist. Der Weizen, der normalerweise Ende Juli/Anfang August gedroschen wird, müsste in diesen Tagen eigentlich noch grün sein. Auf weniger guten, weil sandigeren Böden, die Wasser weniger gut speichern als Lössböden, hat aber schon die Reifefärbung eingesetzt. Wie die Weizenernte ausfallen wird, sei daher zum jetzigen Zeitpunkt nur recht schwer einzuschätzen. Wenn es aber nicht bald regnet, könnte es kritisch werden. Allerdings sind anhaltende Niederschläge derzeit nicht in Sicht. „Zumindest aber ist es nicht mehr so heiß, so dass auch weniger Flüssigkeit auf den Feldern verdunstet.“

Die Trockenheit sieht man auch schon den ersten Zuckerrüberkulturen an. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Pflanze aber hat zwei Vorteile, erklärt Gussen. Sie wurzelt nicht nur bis zu zwei Meter tief, sie legt sich an heißen Tagen auch „schlafen“.

Das heißt: Die Blätter liegen in der Mittagssonne platt am Boden, damit weniger Flüssigkeit aus ihnen verdampfen kann. Auch beim Mais will Erich Gussen den Teufel noch nicht an die Wand malen und schon jetzt von drohenden dramatischen Ernteausfällen sprechen. Auch hier hängt die weitere Entwicklung maßgeblich vom Niederschlag ab, der für andere Kulturen wie Kartoffeln, Möhren oder Zwiebel noch viel entscheidender ist, weil die Wurzeln dieser Pflanzen weit weniger tief ins Erdreich vordringen. Künstliche Bewässerung aber lohnt sich hier – anders als bei den auch im Kreis Düren zu findenden Kohlfeldern – aus wirtschaftlichen Gründen in der Regel nicht.

Mit Blick auf die Ernteaussichten ist Gussen derzeit noch zuversichtlich. „Wir hoffen jetzt auf Regen zur rechten Zeit.“ Sagt’s und macht sich auf zur Gerstenernte, die einmal mehr eine recht staubige Angelegenheit ist.