Aachen/Düren: Gerichtsverfahren: Täter schlagen mit Hämmern auf Opfer ein

Aachen/Düren: Gerichtsverfahren: Täter schlagen mit Hämmern auf Opfer ein

Der Prozess gegen drei Männer aus Düren, die am 21. März ihr Opfer mit Hammerschlägen schwer am Kopf verletzt hatten, ist vor der 7. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht fortgesetzt worden.

Angeklagt sind der 42-jährige Osman Y., dessen Schwager Mehmet Y. sowie Osman Y.s jüngster Sohn Mehmet Y. Den Männern wird versuchter Mord vorgeworfen. Am Donnerstag haben der Hauptangeklagte Osman Y. und das Opfer Ali N. (39) ausgesagt.

Sicherlich nicht „zielgerichtet“, betonte Osman Y. (42), habe er auf den Mann eingeschlagen. Und der habe ihn im Übrigen seit mehr als einem halben Jahr bedroht. Die blutige Angelegenheit fand im Eingangsbereich eines türkischen Supermarktes in Düren statt. Der Fall wird vor der 7\. Großen Jugendkammer verhandelt, weil der mitangeklagte Sohn zur Tatzeit erst 17 Jahre alt war.

Die ganze Angelegenheit beruht vermutlich auf einer für alle Beteiligten unerquicklichen Familiensache, die ihren Ursprung in einem Streit im Depot eines Paketdienstes in Erftstadt haben soll. Dort war das Opfer Ali N. (39) tätig, und auch der Angeklagte Osman Y. nahm dort Auftragsfahrten entgegen. Irgendwann habe sich ein Konflikt zwischen Ali N., der eng mit einem Cousin aus der Angeklagtenfamilie zusammenarbeitete, gewalttätig zugespitzt.

Hintergrund sei die, so der Angeklagte, kriminelle Tätigkeit von Ali N. gewesen. N. habe immer wieder Angehörige, darunter zwei seiner Söhne, in seine Machenschaften hineingezogen. Es sei dabei um falsche Pässe und Identitäten gegangen sowie um Betrugsgeschichten. Da er, Osman Y., gedroht habe, die Geschichten aufzudecken, sei er massiv von Ali N. bedroht und im Sommer 2016 vor den Augen seines jüngsten Sohnes im Hof des Paketdienstes zusammengeschlagen worden.

Als Ali N. dann im März in dem Dürener Supermarkt auftauchte, sei er durchgedreht, habe die Hämmer aus dem Wagen geholt und zugeschlagen. Sein Schwager und sein Sohn seien ebenfalls dabei gewesen. Opfer Ali N. schilderte seinerzeit die Vorgeschichte völlig entgegengesetzt. Er sei es gewesen, der bedroht wurde. Und als er zufällig in dem Dürener Supermarkt ankam, sei ohne jede Vorwarnung auf ihn eingeschlagen worden.

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