Niederzier: Gerda Graf startet Versorgungsinitiative

Niederzier: Gerda Graf startet Versorgungsinitiative

Der medizinische Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Menschen werden immer älter, und die Gesellschaft erlebt einen ständigen Wandel, der sich scheinbar immer weiter beschleunigt. So schön diese Perspektive einerseits ist, so sehr bedeutet diese Entwicklung auf der anderen Seite neue Herausforderungen.

Durch Vereinsamung, Krankheiten und Wertewandel in vielen Bereichen der Gesellschaft wird eine neue Verantwortungsinitiative bezüglich der Sorge füreinander erforderlich.

Aus diesem Grund holte Gerda Graf, Geschäftsführerin der Wohnanlage Sophienhof, die als Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes bundesweites Renommee genießt, Menschen aus verschiedenen Bereichen an einen Tisch: Mediziner, Unternehmer, Politiker, Ehrenamtler, in der Pflege Tätige aber auch Schüler und Lehrer der benachbarten Gesamtschule Niederzier-Merzenich sowie Senioren und Angehörige.

Wissenschaftlich begleitet wird die „Verantwortungsinititative Sorgekultur“ von Dr. Ruth Baumann-Hölzle und Dr. Andrea Abraham aus Zürich, die dort am interdisziplinären Institut für Ethik und Gesundheitswesen forschen und Perspektiven für eine bessere Gesellschaftskultur erarbeiten. Nach einem Ethischen Dialog im Frühjahr soll nun schrittweise bis 2017 eine Ethik-Charta erarbeitet werden, die bundesweit Modellcharakter haben dürfte.

Nach zwei Impulsreferaten der beiden Wissenschaftlerinnen ging es in Tischgesprächen um eine erste Bestandsaufnahme der Sorgekultur im Kreis Düren, um die Frage nach den größten Herausforderungen für eine lebendige und integrative Sorgekultur sowie um ein mögliches Engagement des Auditoriums. Dabei wurde deutlich, dass neben den staatlichen Handlungskonzepten auf ziviles und ehrenamtliches Engagement nicht verzichtet werden kann und sollte. Das gelte besonders wegen der Vielfalt der Aufgaben und angesichts der Tatsache, dass nicht ausschließlich Ältere auf Sorgekultur angewiesen seien.

Für weitere Schritte haben sich die Teilnehmer „Hausaufgaben“ mitgenommen. Sie wollen darüber nachdenken, wie die Bestandsaufnahme systematisiert und verschiedene Initiativen vernetzt werden können. Unverzichtbar sei in diesem Zusammenhang, Mitmenschen für den Sorgebedarf zu sensibilisieren. Die Reihe wird am 30. September fortgesetzt.

(mti/hp)
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