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Aktionstag für Internetsicherheit: Gegen Betrüger und für Sicherheit im Netz

Aktionstag für Internetsicherheit : Gegen Betrüger und für Sicherheit im Netz

Zum Aktionstag für mehr Internetsicherheit klärt die Verbraucherzentrale Düren auf, wie sich Betroffene gegen Gefahren im Netz schützen können.

Wie erkenne ich Betrüger im Internet? Welche Gefahren lauern dort? Wie schütze ich meine Daten am besten? All das sind Fragen, die viele Menschen beschäftigen. Am Aktionstag für mehr Internetsicherheit am Dienstag klärt die Beratungsstelle Düren der Verbraucherzentrale NRW auf: In dem Raum an der Wilhelmstraße 19 ist eine Themenecke mit Infomaterial rund um das Thema Sicherheit im Netz eingerichtet.

Ansprechpartner in der Beratungsstelle sind unter anderem Hildegard Dapper und Yvonne Fuchs, die aktuelle Entwicklungen stets im Auge behalten. Dapper stellt fest: „Es geht weg vom Klingeln an der Haustür hin zu mehr untergeschobenen Verträgen am Telefon und Betrügereien im Internet.“

Eine häufig vorkommende Falle: Das ungewollte Abschließen eines Abos für Handy-Spiele. Schon mit einem versehentlichen Anklicken einer Werbeanzeige kann ein solches Abo zustande kommen, das über die Handyrechnung bezahlt werden soll, informiert die Verbraucherzentrale. Dem verschafft seit 2012 die sogenannte Button-Lösung Abhilfe: Es muss einen Hinweis mit einer Aufschrift wie „Zahlungspflichtig bestellen“ geben, auf den die Nutzer klicken müssen, damit der Vertrag wirksam wird.

„Außerdem besteht seit diesem Monat zusätzlich das Redirect-Verfahren“, erläutert Yvonne Fuchs. Das bedeutet: Ein Klick auf eine Anzeige oder ein Button allein reicht noch nicht aus, um ein Abo abzuschließen. Es wird zusätzlich eine gesonderte Seite des Mobilfunkanbieters geöffnet, die auf die Kosten hinweist. Erst wenn die Bestellung dort noch einmal bestätigt wird, ist der Vertrag geschlossen.

„Das Redirect-Verfahren bietet zusätzliche Sicherheit, aber es bleibt abzuwarten, ob es wirklich so von den Mobilfunkanbietern umgesetzt wird“, sagt Hildegard Dapper. Die Verbraucherschützer haben ansonsten die Möglichkeit, Beschwerden an die Geschäftsstelle weiterzuleiten, die die Fälle sammeln. „Wenn viele Fälle auftreten, ist eine Abmahnung denkbar“, sagt die 57-jährige Leiterin der Beratungsstelle Düren.

Im Jahr 2018 gab es von 4107 Ratsuchenden Anfragen bei der Verbraucherzentrale in Düren. „Das sind Menschen aus allen Gesellschafts- und Altersstrukturen – mal mehr, mal weniger, aber wenn jemand kommt, hat derjenige direkt mehrere Sachen offen“, berichtet Dappers Kollegin Yvonne Fuchs. Das Problem sei, dass viele Menschen ihre Rechnungen nicht kontrollieren, berichtet die 41-Jährige. Innerhalb einer Frist von acht Wochen nach Abbuchung könnten die Verbraucherschützer noch helfen, den Vorgang rückgängig zu machen. Wenn die Frist verpasst wurde, werde es schwieriger, zu helfen. „Viele kommen mit Fällen, die ein halbes Jahr her sind“, sagt Fuchs.

Zurzeit seien außerdem besonders betrügerische E-Mails ein Problem, in denen die Absender falsche Identitäten angeben. „Vorher waren das Phishing-Mails von dubiosen Firmen, nun sind es Einzelpersonen“, berichtet Hildegard Dapper. Diese „Hilferufe“ funktionieren ähnlich wie der Enkeltrick am Telefon. Dappers Tochter sei das erst kürzlich passiert: „Sie studiert in Bonn und eine Freundin von ihr wohnt in Kerpen, von der sie eine Mail bekam, sie sei im Urlaub und brauche dringend Geld.“ Ihre Tochter habe genau richtig gehandelt und direkt die Freundin angerufen, um das zu überprüfen.

„Aber es passiert trotzdem, dass Menschen einfach Geld überweisen – die Gegenseite ist geschickt und stellt schlimme Situation da, um schnelles Handeln zu erzeugen“, sagt Dapper. „Die Vermutung lautet da, dass sich die Betrüger auf Plattformen wie Facebook öffentliche Freundeslisten ansehen und Verbindungen ziehen“, erläutert Yvonne Fuchs.

Auch wenn die Verbraucherzentrale in einigen Fällen helfen kann, sind Verbraucher dazu aufgefordert, sich selbst zu schützen, indem sie achtsam sind. „Bei unbekannten Nummern nicht ans Telefon gehen und bei Fremden einfach auflegen beziehungsweise sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen“, rät Fuchs. Ihre Kollegin Dapper ergänzt: „Datensparsamkeit im Netz ist besonders wichtig.“ Außerdem besteht die Möglichkeit, mögliche Phishing-Mails an die Verbraucherzentrale weiterzuleiten. Diese Mails werden dort gesammelt und wenn es vermehrt Fälle dazu gibt, wird das auf der Internetseite kommuniziert und davor gewarnt.

Der Preis für eine Rechtsberatung liegt in Düren bei neun Euro, Rechtsvertretungen kosten zwischen 25 und 80 Euro. „Für Sozialhilfeempfänger ist das kostenfrei möglich, dafür haben wir ein Budget – einfach anrufen oder terminlos vorbeikommen“, sagt Fuchs.