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Düren: Gefahr aus der anderen Etage

Düren : Gefahr aus der anderen Etage

Die Computerkriminalität hat auch in Düren Einzu gehalten, sagt der für PC-Kriminalität zuständige Beamte der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung (ZKB) der Kreispolizeibehörde Düren.

Auch wenn sie sich noch in Grenzen hält. Einzig der Betrug mit veränderten oder gefälschten Daten sei häufiger zu beobachten.

„So wie früher mal eine Pizza auf den Namen des Nachbarn bestellt wurde, so ordert man sich heute über einen fremden Namen etwas im Internet”, berichtet der Experte. Oft geht es aber auch um die Nutzung illegaler Tauschbörsen im Netz.

Das Phänomen „Wardriving”-übersetzt etwa „auf Kriegszug fahren”-ist an der Rur weitestgehend unbekannt.

Mit einem tragbaren Computer, einem Laptop bewaffnet versuchen Computernutzer dabei, sich über ein fremdes Funknetzwerk in das Internet wählen.

Drahtlos ins Internet. Sich von überall im Haus oder im Garten in das weltweite Datennetz einwählen. Immer mehr Computernutzer erfüllen sich diesen Wunsch mit Hilfe eines drahtlosen lokalen Netzwerks-einem Wireless Local Area Network oder kurz WLAN. Ist das Netzwerk installiert, kann man von überall innerhalb der Senderreichweite im Internet surfen.

Diese Reichweite ist in vielen Fällen größer, als es der Computernutzer erwartet: „Auf freiem Feld sind schon mal Reichweiten bis zu 400 Metern gemessen worden”, erklärt der ZKB-Polizist.

„Durch Betonmauern und andere Faktoren verringert sich die Reichweite in Städten und Häusern natürlich, trotzdem ist ein Signal in den meisten Fällen noch auf der anderen Straßenseite oder ein Stockwerk tiefer oder höher zu empfangen.”

Und das bietet Fremden, zumindest theoretisch, die Chance, sich unbemerkt in das Netzwerk einzuschleichen. „Das einfache Einloggen in fremde Netze an sich führt aber noch zu keinem großen Schaden”, so der Polizeibeamte.

„Viele WLAN-User benutzen eine Flatrate, das heißt sie bezahlen einen monatlichen Festpreis und können dann so viel und lange im Netz surfen, wie sie wollen. Den ungebetenen Gast bekommen sie oft gar nicht mit.”

Problematisch wird es erst, wenn die fremden Nutzer über den unerlaubten Internetzugang zum Beispiel verbotene Seiten besuchen.

„Über die IP-Adresse, das ist so etwas wie die Anschrift eines Computers im Internet, können wir sehr schnell herausfinden, wer eine bestimmte Seite besucht hat”, sagt der Computer-Detektiv. „Die Daten führen uns dann zum WLAN-Besitzer, nicht aber zu dem ungebetenen Gast, der die Seiten tatsächlich besucht hat.”

Der Betroffene ist dann in der Beweispflicht, dass nicht er, sondern jemand anderes die Straftat begangen hat, und dieser Beweis ist nur schwer zu erbringen.

Um solche Probleme im Voraus zu vermeiden, sollten WLAN-Benutzer ihre Netzwerke gegen unerlaubte Besucher schützen, meint der Computerexperte der Polizei.

Das sei gar nicht so schwer: „Vor allem sollte man die Bedienungsanleitung lesen und die dort beschriebenen Sicherheitsvorkehrungen beachten. Dann wird es schon sehr schwer, in das System einzudringen.”

Der Beamte macht deutlich, dass „jeder Nutzer eigenverantwortlich handelt und für eine begangene Straftat haften muss.”

Die Aufklärungsquote in Fällen mit Computerkriminalität sei sehr hoch: „Auf diesem Gebiet hat die Polizei sehr gute Möglichkeiten, die Täter zu fassen.”