Düren: Gefährlicher Sekundenschlaf: Lehrer leidet unter Schlafapnoe

Düren : Gefährlicher Sekundenschlaf: Lehrer leidet unter Schlafapnoe

„Bääähhm“, sagt Hans Heidiger (Name geändert), „plötzlich fielen mir während der Autofahrt die Augen zu und ich geriet auf die Gegenfahrbahn. Ich hatte meine Kinder im Auto, es war furchtbar.“ Hans Heidiger, Anfang 60, weiß heute, was der Grund für den gefährlichen Blackout war: Es war ein Sekundenschlaf.

Inzwischen kennt er auch die Ursache für das Problem und behandelt es mit Erfolg. Zum Glück entgingen Hans Heidiger und seine Kinder einem Frontalcrash. Das entgegenkommende Auto konnte noch in letzter Sekunde ausweichen. Aber eins stand für den erfahrenen Autofahrer nach diesem schrecklichen Erlebnis fest: „Ohne Abklärung und Beseitigung der Ursache setzte ich mich an kein Steuer mehr. Die Gefahr, erneut in einen Sekundenschlaf zu fallen, ist einfach zu groß.“

Dr. Christian Schäfer betreut Patienten, die an Schlafstörungen leiden. Foto: gkli

Sechs Jahre zuvor begannen die Probleme. Der Lehrer und Familienvater wurde morgens wach und war völlig gerädert. Auch schwitzte er in der Nacht deutlich mehr als früher. Von erholsamen Schlaf konnte auch nach zehn Stunden Bettzeit nicht die Rede sein. Was ihm ebenfalls passierte, so Hans Heidiger: „Ich schlief vor der versammelten Klasse ein, mir fielen einfach im Unterricht die Augen zu und ich konnte nicht dagegen an. Die Schüler tuschelten berechtigter Weise.“

Im Laufe der Zeit gesellten sich Bluthochdruck und Zucker (Diabetes mellitus) zum Krankheitsbild hinzu. Auch die Frau des Betroffenen machte sich große Sorgen. Sie beobachtete an ihrem Partner zunehmend starkes Schnarchen in der Nacht und Atemaussetzer. Erika Heidiger (Name ebenfalls geändert) googelte sich durch das Internet und stieß immer wieder auf das Wort „Schlafapnoe“, was den Atemstillstand während des Schlafes bezeichnet und das Beschwerdebild ihres Mannes genau traf. Hans Heidiger: „Ich ging zum Arzt und dieser testete meinen Schlaf. Er stellte fest, dass ich ein Drittel der Schlafzeit gar nicht atmete.“

Mit dem gefährlichen und ermattenden Zustand musste sich der Patient allerdings nicht abfinden. Er erhielt als Therapie eine Maske, die dafür sorgt, dass während des Schlafs kein Atemstillstand mehr vorkommen kann. Sobald die Atmung ausbleibt, springt die Technik ein, da sie einen kontinuierlichen Überdruck produziert, so dass der Patient Luft holen muss. Hans Heidiger: „Zunächst musste ich mich an das Hilfsmittel gewöhnen, riss mir in einer Nacht auch schon mal eine Maske vom Gesicht herunter.“ Der Erfolg überzeugte ihn allerdings. Zwei Nächte Schlaf mit der Maske, und der Betroffene fühlt sich wie neu geboren, ist wieder leistungsfähig und hat tagsüber keine Probleme mehr mit Sekundenschlaf. Die Krankenkasse übernahm die Kosten für die Therapie.

Hans Heidiger ist heute sehr erleichtert und resümiert: „Das Gefühl, nichts gegen den unkontrollierbaren Sekundenschlaf unternehmen zu können, das war fürchterlich. Wer weiß, wie viele Autounfälle hätten verhindert werden können, die auf Sekundenschlaf zurückzuführen sind, hätten die Autofahrer frühzeitig von den Therapiemöglichkeiten gewusst.“ Weiter versichert er: „Hätte meine Frau mir nicht geholfen, ich selber wäre nie auf die Ursache gestoßen.“