Düren: Galerie auf Zeit: Den Leerstand mit neuem Leben füllen

Düren: Galerie auf Zeit: Den Leerstand mit neuem Leben füllen

Wenn am Freitag in einer Woche die beiden Dürener Künstler Sarah Schiffer und Robert Ciuraj zur Galerie-Eröffnung an den Kaiserplatz einladen, könnten sie eigentlich direkt den Umzugswagen bestellen: bis zum 31. Dezember wird die „Galerie auf Zeit“ bestehen, dann schließt sie wieder. Er gibt das einen Sinn?

Ja, sagen nicht nur die beiden Künstler, sondern auch Stadtplaner Dr. Harald Heinz, der diesen Versuch im Rahmen des Masterplans als beispielhafte Aktion versteht, dem Leerstand in der Dürener Innenstadt mit neuen Ideen zu begegnen.

Wobei die Idee gar nicht mal so neu ist — Heinz hatte bereits im vergangenen Jahr mit der Angela-Schule kooperiert. In gleich drei Ladenlokalen wurden Werke der Schülerinnen aus dem Kunstunterricht präsentiert. War die Ausstellung noch statisch, wird es mit der Galerie zur Interaktion kommen. Natürlich werden die beiden Künstler die Galerie nutzen, um ihre Kunstwerke zu präsentieren und im Idealfall auch zu verkaufen.

Ein Glücksfall

Sie nutzen den Raum aber auch für Veranstaltungen — so zum Beispiel im Rahmen von „Düren leuchtet“ und der Langen Nacht der Museen, wenn Elmar Valter eine Leuchtperformance präsentiert. Oder im Nachgang zum Internationalen Vorlesetag, wenn es eine Lesung samt improvisiertem Spiel auf Klangskulpturen geben wird. Für Sarah Schiffer ist die Galerie geradezu ein Glücksfall: „Ich habe seit rund einem Jahr kein eigenes Atelier mehr und werde die Galerie auch als Atelier nutzen können und hier arbeiten. Gerade für meine Scherenschnitte benötige ich viel Raum.“

Das wiederum ist genau das, was Stadtplaner Harald Heinz sich wünscht: den Leerstand mit Leben zu füllen, durchaus nur kurz, um so aufzuzeigen, wie Ladenlokale auch genutzt werden können. „Es soll Menschen anlocken, gleichzeitig auch das Straßenbild beleben“, sagt Heinz, der die Räumlichkeiten zum Musterprojekt erheben will.

„Geplant ist, dass wir die Immobile ab Januar umbauen und im hinteren Bereich dann ein Gartenhof entsteht, der für viel Licht sorgt, so dass diese Räume zum Beispiel auch für eine Büronutzung in Frage kommen könnten.“ Darum geht es dem Stadtplaner eben auch: Auf die Leerstände unterschiedlich reagieren, sie attraktiver zu machen, neue Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen, gerade für Lagen, die morgen nicht mehr so gefragt sind.

(bugi)